Gedenken an Henriette Ribarz-Hemala Von Frida Reingruber Zwei Jahreszahlen, die das Leben von Henriette Ribarz geb. Hemala um schließen, geben den Anlaß zu einer be sonderen Erinnerung: Zum Jahresaus klang 1998 jährte sich Henriettes Ge burtstag zum 125. Maie und wenige Wo chen danach, am 16. Februar 1999, sollte man ihres 40. Todestages gedenken. Schon das Jahr 1997 - als BrahmsJahr begangen - konnte den Namen Henriette Hemala nicht übersehen. Sie hatte in jungen Jahren das Glück, als be gabte Schülerin des berühmten Klavier pädagogen Julius Epstein in die Familie des Dr. Victor von Miller zu Aichholz (1845-1910) eingeführt zu werden. Der Hausherr, selbst ein guter Pianist und Schüler Epsteins, versammelte häufig ei nen illustren Kreis von Wissenschaftlern und Künstlern in seinem Salon, und Henriette Hemala war engagiert worden, sowohl die Tochter Olga zu unterrichten als auch mit dem Hausherrn und so manchem Gast zu musizieren. Tage buchaufzeichnungen der Hausfrau - so weit vorhanden - geben darüber Auf schluß und gewähren nicht nur einen Einblick in die Reihe der Persönlichkei ten und Gäste, sondern auch in die Spei senfolge, die geboten wurde.^ Eine erste Mitteilung über Henriette Hemala findet man vom 23. November 1891: „Montag... zum ersten Male Fräu lein Hemala zu Olga mit ihr Kalvierspielen ..." Damals stand die Pianistin im 18. Le bensjahr. Frau Hemala wird auch stets bei der Aufzählung der Gäste genannt, und man kann erkennen, welch bedeutende Män ner - vorwiegend aus der Musikwelt - im Hause Miller in freundschaftlicher Weise verkehrten. Nur einige Namen sollen hier aufgezählt werden, die auch noch heute jedem Musikliebhaber ein Begriff sind: allen voran natürlich Johan nes Brahms, dann Julius Epstein, Dr. Eduard Hanslick, Richard Heuberger, Joseph Joachim, Eusebius Mandyczewski, Arthur Nikisch. Die Familie Miller-Aichholz besaß seit dem Jahre 1885 eine Villa mit gro ßem Park in Gmunden, verbrachte dort die Sommermonate und führte - so wie in Wien - ein gastfreundliches Haus.' Freunde wurden eingeladen und auch die Pianistin Henriette Hemala rei ste im Sommer dorthin, wie die schon erwähnten Tagebuchnotizen von Olga v. Miller aus den Jahren 1893 und 1895 er kennen lassen. Man findet unter dem 25. August 1893: „... um A 2 (Uhr) fuhr ich mit den Kindern am Bahnhof, He mala abzuholen ..." Der Name Hemala scheint sehr oft im Tagebuch auf; viele Eintragungen beDie Tagebuchaufzeichnungen von Olga v. Milier-Aichholz sind im Kammerhofmuseum in Gmunden aufbewahrt. Ingrid Spitzbart: Johannes Brahms und die Fa milie Miller-Aichholz in Gmunden (Gmunden in alten Ansichten), Band 4. Europäische Biblio thek, Zaltbommel, Niederlande, 1997.
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