Seine Hauptaufgaben bestanden darin, die Stiftsmusik zu organisieren, die Anschaffung sowie Reparaturen am Instrumentarium durchführen zu lassen, weiters das Repertoire der Musikalien zu vergrößern und Abschriften in Auftrag zu geben. Im Juli 1684 hatte Stadlmayr Kon takt mit dem kaiserlichen Hofkapellmeister Antonio Draghi, der sich mit eini gen Musikern in Kremsmünster aufhielt. Draghi machte Stadlmayr zwei seiner Messen zum Geschenk, die sich heute noch als Unikum in der Stiftsbibliothek befinden.' Ob Stadlmayr auch selbst als Komponist tätig war, muß dahingestellt bleiben. Kompositionen von ihm lassen sich nirgends nachweisen. Im Jahre 1686 übergab Stadlmayr die Regenterei seinem Nachfolger Theo derich Beer und wurde Kooperator in Kematen an der Krems. Wenig später setzte man ihn als Pfarrer in Kirchham ein. Nach seiner ungewollten Teilnahme an Unruhen und einem Aufstand im Bayerischen Krieg war er nach Krems münster zurückgekehrt, wo er als Kustos der Abteikirche tätig war. Er starb am 23. November 1727 in Kremsmünster. berg am Inn, wo er seine erste musikali sche Ausbildung erhielt. Mit seinen El tern wanderte er, des protestantischen Glaubens halber, im Jahre 1670 nach Re gensburg aus. Nach einem kurzen Studi enaufenthalt in Leipzig (1676) wurde er noch im selben Jahr Sänger und später Konzertmeister des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels in Halle und Wei ßenfels. Dort verunglückte Beer bei ei nem Vogelschießen und starb am 6. Au gust 1700.'° Das musikalische Werk Beers ist großteils verlorengegangen." Von unge fähr 70 nachweislich bekannten Werken sind 18 erhalten geblieben. Bis auf zwei Kompositionen sind diese geistlichen In halts. Ein Großteil der Fundorte befindet sich in den neuen deutschen Bundeslän dern und in Regensburg. Aber auch in den Stiften Lambach und Kremsmünster konnten Werke sichergestellt werden so wie im schwedischen Uppsala. Das prächtigste von Beers erhalte nen Werken ist eine in Kremsmünster überlieferte Messe mit dem Titel Missa Marcellina, die für achtsümmigen Chor, Johann Beer Johann Beer kann mit Sicherheit zu den schillerndsten Barockpersönlichkei ten aus Oberösterreich gezählt werden. Der geniale Erzähler, Musiker, Kompo nist und Schauspieler wurde am 28. Fe bruar 1655 in St. Georgen im Attergau geboren, verbrachte seine Jugend im Ge burtsort, bei seiner Großmutter Maria Achleitner in Schörfling und in den Be nediktinerstiften Lambach und Reichers- ' Dabei handelt es sich um die Missa Assumplionis für 5 Vokalstimmen, 7 Streicher, 2 Zinken, 4 Po saunen und Orgel sowie um eine Missa sine nomine für 5 Vokalstimmen, 5 Streicher und Orgel. Beide wurden in Band XXIII/46 der Denkmäler der Tonkunst in Österreich veröffentlicht. Zur genaueren Biographie und seinen Bezie hungen zu Oberösterreich vgl.: Richard Alewyn, 7- Beer, Studien zum Roman des 17. Jh., Leipzig 1932; Klaus Petermayr, Oberösterreichische Land schaft, Geschichte und Bevölkerung im literarischen Schaffen ]. Beers, in OÖ. Heimatblätter 3/4, 1997, S. 230 ff. " Hierzu vgl.: Klaus Petermayr, Das musikalische Schaffen Johann Beers [mit der Edition drei kir chenmusikalischer Werke], phil. Diss., Salzburg 1998.
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