len Bereich Fuß fassen. Die landschaftli che Schönheit des Salzkammerguts brachte viele Künstler ins Land, die hier die Sommerfrische verbrachten und ih ren Teil zur kulturellen Entwicklung die ser Region beitrugen. Schließlich för derte auch die Gründung von Chören und Musikvereinen die Repertoirekennt nis und das allgemeine Interesse an der Musikkultur in der gesamten Bevölke rung, die schließlich nicht unwesentlich dazu beitrugen, eine Masse an diversen „Festwochen", „Kultursommern" und „Musikwochen" bzw. „Festivals" zu schaffen, die in den letzten Jahrzehnten so stark zunahmen, daß man heute viel leicht sogar fast von einer „Kulturüber sättigung" sprechen könnte. Daß aber die ländlichen Gebiete auch in den vergangenen Jahrhunderten von einer städtischen Musikkultur nicht gänzlich unberührt blieben und daß hochrangige Persönlichkeiten der Mu sikgeschichte hier nicht nur ihre Som merfrische verbrachten, sondern oft auch aus der Provinz stammten, soll un ter anderem auf den folgenden Seiten dargestellt werden. So versuchten ver einzelt Adelige, den in den großen Städ ten kennengelernten Kulturgeist in ihre Ansitze am Land zu integrieren. Hier wäre vor allem Johann Albert SaintJulien zu nennen, der auf seinem Schloß Neu-Wartenburg im Jahre 1732 Kaiser Karl VI. empfing, um mit ihm zu jagen. Der Kaiser war in diesem Jahr mit einem Großteil seines Hofstaates nach Linz ge reist, um die Erbhuldigung der Stände entgegenzunehmen. Zu diesem Zweck führte er auch einen Teil der Hofkapelle mit sich, die Antonio Galdaras Oper L'asilo d'Amore dort aufführten. In Neu-Wartenburg ließ Saint-Julien in diesem Zusammenhang eine Pastorale von Georg Reutter zur Aufführung brin gen." Mögen die hier abgehandelten Kapi tel über Musikerpersönlichkeiten, die in ihrem Leben die verschiedensten Verbin dungen zum Bezirk Vöcklabruck hatten, nicht nur eine bloße Aufzählung unter schiedlicher Biographien sein, sondern auch einen Teil dazu beitragen, die Mu sikgeschichte eines oberösterreichischen Bezirkes im Alpenvorland bzw. Salz kammergut zu dokumentieren. Anton Stadlmayr Anton Stadlmayr wurde am 8. De zember 1651 in Vöcklabruck geboren und am Tag darauf getauft.® Uber Ju gend und musikalische Ausbildung Stadlmayrs ist nichts bekannt. Erst sein Auftreten in Kremsmünster bringt etwas Licht in seine Biographie: Zu Allerheili gen 1673 feiert er seine Profeß, die Primiz war zu Lichtmeß 1679. Im Dezember 1683 übernahm er die Leitung der Stifts musik in Kremsmünster, wie aus den dortigen Kammereirechnungen hervor geht. ' Vgl: .T Antonicek, Die Vollendung des Barock, in: Musikgeschichte Österreichs, hg. von R. Flotzinger und G. Gruber, Wien 1995, S. 43. Denk bar wären ev. auch Aufführungen kirchenmusi kalischer Werke, als solches erklang, ebenfalls 1732, in Anwesenheit des Kaisers in der Gmundener Spitalskirche die Missa brevis ultima von Johann Joseph Fux (1660-1741), Vgl,: F. .W Riedl, Kirchenmusik am Hofe Karl VI. Studien zur Landes- und Sozialgeschichte der Musik, Bd. 1, München 1977, S. 296. ' „9. Dec. 1651 bapiizatus est Samuel, filius legitimus Wilhelnii Stadlmayr et Reginae uxoris: patrinus Bernardus Gast." Taufbuch der Pfarre Vöcklabruck, tom IV. Das Geburtshaus Stadlmayrs konnte nicht ermittelt werden.
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