OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

Die katholische Restauration Nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen am Weißen Berg bei Prag im Jahr 1620, wo viele oberösterreichische Adelige die Aufständischen unterstützten und einige sogar gegen ihren Kaiser kämpften, widerrief Kaiser Ferdinand II. die bisheri gen Zugeständnisse seiner Vorgänger. Nun nahm auch er als katholischer Landesfürst in Anspruch, was die pro testantischen Landesherren schon längst durchgeführt haben, nämlich nach den Vereinbarungen des Augsburger Religionsfrieden, von 1555 die Religion seiner Untertanen bestimmen zu dürfen. Am 24. Oktober 1624 wurde das Mandat von Kaiser Ferdinand II. verkün det, daß die protestantischen Prädikanten und Schulmeister das Land zu verlassen haben.^^ Am 24. Dezember 1624 übergab Kaiser Ferdinand II. die den protestanti schen Zelkingern entzogene Vogtei über Lasberg und St. Oswald dem zuständigen Lehensherrn Propst Leopold vom Stift St. Florian.^^ Am 15. Juni 1625 kam aus der Steiermark Wolfgang FFasenberger als katholischer Pfarrer nach Lasberg, der auch für die Filialkirche St. Oswald zuständig war. Sein Anfang war sehr schwer." Am 10. Oktober 1625 erließ dann der Kaiser ein allgemeines Reformations patent: Bis Ostern 1626 soll auch in Osterreich das Reichsgesetz vom Augsburger Religionsfrieden von 1555 durchgeführt werden; das heißt: alle müssen sich ent scheiden, entweder zum Glauben des Landesfürsten zurückzukehren oder auszu wandern. Bei protestanhschen Landesherren konnten Katholiken, die nicht auswan derten, nach einer Frist wegen ihres Glaubens auch hingerichtet werden. In Schwe den und in Großbritannien wurden besonders viele Katholiken hingerichtet. Unter den Fiabsburgern in Österreich sind viele Evangelische auch nicht ausgewandert. So war es möglich, daß nach 150 Jahren, als Kaiser Joseph der II. 1781 das Toleranzpatent erlassen hat, viele Evangelische da waren und gleich evangeli sche Pfarren gegründet werden konnten. Auch in Lasberg und St. Oswald hat es noch längere Zeit, trotz des kaiserli chen Auswanderungsbefehles, Protestanten gegeben. Die katholischen Pfarrer haben das auch gewußt. 1653 gab es noch fünf Protestanten in der Pfarre; diese mußten damals beim Richter in Perg vor der Reformationskommission einen Taler Strafgeld zahlen." 1671 mußte der Pfarrer wieder die Frage beantworten: Gibt es noch häretische Pfarr angehörige? Seine Antwort: Einen Greis, vom fierrn toleriert." Stiftsarchiv St. Florian, Fasz, I, Lit. A, Nr. 13 a. " Landesarchiv, Weinberger Akte, Bd. 210. H. Awecker, Lasberg, 1954, S. 33. Jodok Stütz, Notizen zur Pfarrgeschichte Lasbergs. " St. Oswald, Gestionsprotokoll, S. 32.

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