gesagt wurde und ich auch später sah, daß dies eine furchtbar langweilige, staubige Landstraße sei, auf der zu Fuß zu wandern gar nicht sehr angenehm wäre, besonders bei der sich schon fühlbar machenden fiitze, erlag ich bald den Lockungen eines Einspänners, der mich in seinem Wagen um 4 Lire nach Feltre bringen wollte; ich war damit einverstanden und hatte an einer Fußtour hier wahrlich nichts verloren. Gegen 10 Uhr fuhr ich in das recht malerisch gelegene Städtchen ein und stieg dort in dem nächst dem Bahnhofe gelegene Hotel ,Toriguzzi' ab. [...]" fe* -.wa „Ca. um 3 Uhr ging der Zug nach Venedig, dem ich mich nunmehr anver traute, nachdem ich seit 10 Tagen keine Bahn mehr gesehen hatte. [...] Punkt 6.20 Uhr abends (oder italienische Zeit 18.20 Uhr) kam ich in Venedig an. Bei Austritt aus dem angeblich auf einem Roste von 80.000 Eichenpiloten stehenden Bahnhofe wurde ich am Canal grande empfangen von einer Horde durcheinanderschreiender Hoteldiener und Gondoliere, denen gegenüber ich es vorzog, auf einen eben zur Abfahrt bereiten Tram - va poretto zu flüchten. [...] Bald gehts zwischen den hellbe leuchteten Palazzi des Canal grande dahin gegen die Rialtobrücke und immer beleb ter wird es, immer lauter ertönt das Geschrei auf dieser merkwürdigen Wasserstraße. Endlich, nach einer Fahrt von etwa 20 Minuten landete ich an der Riva degli Schiavori, da ich gehört hatte, daß sich dort das mir empfohlene Hotel ,Zum Sandwirt', eine alte deutsche Gaststätte Venedigs und als solche in allen deutschen Landen bekannt, befindet. Bald ist sie gefunden, daselbst ein Zimmer bezogen, schnell ein gutes Abendmahl eingenommen und dann zog es mich hinüber zum Markusplatz, von wo schon beim Vorüberfahren die herrliche Beleuchtung und Musikklänge
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