Denkmale für Widerstandskämpfer Die meisten wissen gar nicht, daß es auch in Ottensheim Widerstandskämp fer gegeben hat, freilich nur wenige, und auch die haben nach dem Krieg kein Aufhebens davon gemacht. Trotzdem sind bekannt geworden eine Bäuerin auf dem Dürnberg, und vor allem eine große Anzahl von Priestern, von Wilheringer (Ottensheim, Gramastetten) und Florianer (Walding, St. Gotthard, Feld kirchen) Ordensgeistlichen. Gedenkta feln oder steinerne Denkmale für sie gibt es in Ottensheim und in den Nachbar orten nicht, aber ein papierenes, das frei lich nur wenige kennen, das aber leicht in jeder öffentlichen Bibliothek einzuse hen wäre. Es ist das zweibändige Werk „Widerstand und Verfolgung in Ober österreich I934-I945" mit genau beleg ten Berichten über die Widerstandstaten und die dafür erhaltenen Strafen. Meist waren es nur kleine Zeichen des Widerstandes und geringfügige Ta ten, wie Verweigerung des fiitlergrußes, staatsabträgliche Äußerungen, Mitwis serschaft um die Osterreichische Frei heitsbewegung, Mitgliederschaft bei der Österreichischen Freiheitsbewegung, Abhören von Auslandssendern u. a., die strenge Bestrafung nach sich zogen. So wurde z.B. der Waldinger Pfarrer Max Holzinger zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, weil er in einem Bauernhaus in Rodl geäußert habe: Man sieht heute lieher, wenn die Kinder die Religionsstunde nicht mehr besuchen. Trösten Sie sich, die Hitlergeschichte wird nicht mehr lange dauern.^^ Die Bäuerin Katharina Bauer in Dürnberg, Gemeinde Ottensheim, wird am 25. Mai 1943 wegen „zersetzender Hetzreden" über Maßnahmen der Regie rung zu eineinhalb Jahren Gefängnis ver urteilt: ... Der Hitler stecke schon drinnen bis an den Hals, er solle bleiben, wo er ist. In Oster reich sei er nicht groß geworden ... Sie sei schwarz und bleibe schwarz und sollte es ihr auch das Leben kosten. Arm seien nur diejeni gen Soldaten, die für Hitler fallen und nicht die Gesinnung haben. Denen aber, die für Hitler seien, denen geschehe recht, wenn sie fallen. Den Hitler sehe jeder schon lieber gehen. Die Auftei lung des deutschen Reiches sei schon geplant, Österreich werde wieder größer werden und Deutschland verschwinden.^* Erinnerungen an späte Kriegsfolgen Aus Ottensheim wären hier einzurei hen die schon fast verblaßten Erinnerun gen an Hansi Gumpenberger, sein Name steht auf dem Kriegerdenkmal, sein Schicksal ist kurz vermerkt in unserer Aufstellung „Die Gefallenen aus Ottensheim"^': Gumpenberger Johann, 11 Jahre, Hauptschüler, Zivilopfer des Zweiten Weltkrie ges, starb am 20. Dezember 1954 am Donau ufer bei Dürnberg durch Explosion eines Ge schosses. Sehr spärlich sind die Denkmale, die an Krieg und Wiederaufbau erinnern. Ich erwähne hier die Wiederaufbautafel am Tabor in Ottensheim: Dieses Haus wurde in den Kriegsjahren 1939/45 beschädigt und aus Fondsmitteln des Bundesministeriums für Handel und Wiederaufbau im Jahre 1955 unter dem Bundeskanzler Ing. Julius Raab wie derhergestellt. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Widerstand und Verfolgung in Oberösterreich 1934-1945, Band 2. Wien 1982, S. 63. Dokumentationsarchiv, a.a.O., 2. Band, S. 303. O. Kampmüller: Das Ende des Zweiten Welt krieges in Ottensheim. Ottensheim 1987, S. 59.
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