OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

gaste faktisch schon so gering ist, daß das Theater nicht länger existieren könnte". Zinker erhält die 300 Gulden zur Gänze.^" Um seine Einnahmen zu vergrößern, hat Zinker auch um die Konzession für die Abhaltung von Kon zerten angesucht und erhalten.Auch gab er am 10. und 18. Juni Gastvorstel lungen in Steyr, es gelangten die Operet ten „Die Schwätzerin von Saragossa" und „Orpheus in der Unterwelt" zur Aufführung. Beide Vorstellungen fanden gute Kritik.^" Auf ein „Souvenir zum Ab schied den geehrten Theaterfreunden hochachtungsvoll gewidmet von dem Sesselträger" aus der Saison 1876 macht Hanns Gottschalk aufmerksam: „Dieses Blatt ist für uns insofern wertvoll, als es Zahl und Namen der,darstellenden Mit glieder' (11 Herren und 8 Damen) und ebenso Zahl und Namen der gegebenen Stücke anführt (Monat Juni 17 Stücke, Monat Juli 14 und Monat August 11 Stücke). Als bemerkenswerteste Darbie tungen scheinen die Operette ,Blaubart' und die burleske Oper ,Orpheus in der Unterwelt' von Jacques Offenbach auf; die anderen Titel (z.B. ,Sperling und Sperber'; ,Nur zwei Gläschen'; ,Ein Haus voll Eifersucht'; ,Die Prinzessin von Trapezunt'; ,Drei Paar Schuhe'; ,Theatre pare'; ,Monsier Hercules'; ,Der Hofmei ster in tausend Ängsten'; ,Ein Wort an den Minister'; ,Diplomatischer Cancan' etc.) verraten, daß es sich bei den gege benen Stücken ausschließlich um Lustund Singspiele sowie um ,Benefice'-Vorstellungen handelt. Theaterdirektor, Re gisseur, Inspizient und Kapellmeister waren zugleich darstellende Mitglie der."^^ In den Theaterzensurakten findet sich ein Gesuch um Aufführungsbewilli gung für Theaterdirektor Zinker in Hall vom 13. Juli 1876 für das Stück „Der ge schundene Raubritter", die auch erteilt wurde. Dort findet sich auch ein Theater plakat als Beilage: „Ritter Blaubart" wird am 14. Juli 1876 gegeben, auf die Auffüh rung von „Der geschundene Raubritter" als in Vorbereitung wird darauf verwie sen.^^ Für die Saison 1877 berichtet zwar Josef Friedl, daß ihm die löbl. BadeCommission des Curortes Hall das dor tige Theater für die Sommermonate ver liehen habe, doch nahm er die erteilte Konzession aus unbekanntem Grund nicht in Anspruch und Eduard v. Lazary übernahm die Direkhon. Er muß in den Monaten Juni, Juli, August wöchentlich mindestens zwei oder höchstens vier Vorstellungen geben. Am 20. August be richtet Lazary, daß es bis heute bereits 30 Vorstellungen gegeben habe und noch weitere drei bis vier Produktionen statt finden werden. „Außerdem kann mit Fug und Recht behauptet werden, daß noch in keinem Jahre die Theatervorstel lungen in Hall dem Publikum ein so an genehmes Vergnügen bereitet haben als in der heurigen Saison. Es war dies nur dadurch möglich, daß eine zwar kleine, aber ebenso honette als talerrtierte S chauspieler-Gesellschaft engagiert wurde, deren einzelne Mitglieder meist größeren Theatern angehören. Solche Mitglieder konnten jedoch nur durch die finanzielle Sicherheit erhalten wer den, welche durch das Comite gewähr68 vVie 48 und 24. Sitzung des Landesausschusses vom 17. August 1876 und 16. Sitzung des Lan desausschusses vom 6. September 1876. 0' Wie 67. ™ „Der Alpenbote", Steyr, 22. Jg., Nr. 46, 48, 49, 50/ 1976. " Wie 47. OÖLA, Statthaltereiarchiv, Präs.-Akten, Sch. 308.

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