OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

Friedl, Direktor des Stadttheaters in Steyr, auch er erhält nach 40 gegebenen Vorstellungen die 300 Gulden Subven tion. Am 29. Juni 1875 schreibt er an den Landesausschuß „... da derselbe nun schon seit Juni 1875 die Vorstellungen begonnen hat, und dieselben, sowohl Lustspiele, Posse, Oper und Operette, sich des ungetheiltesten Beifalls des F. T. Publikums erfreuten, der ergebenst Geferhgte sich hiermit auch verpflichtet in derselben Weise die Vorstellungen bis September 1875 fortzusetzen .. .'W Im Juli gastiert der „in der Theaterwelt rühmlichst bekannte Schauspieler Herr Emil Siebert unter regem Beifall" in Hall.'^^ Am 22. April 1876 sucht Louis Zin ker, Theaterdirektor in Villach, um Ertei lung der Theaterkonzession für das Hal ler Sommertheater für die Saison 1876 vom 1. Juni bis 1. September an. „Die Qualifikation zur Leitung eines solchen Unternehmens besitzt der Unterfertigte, welcher seit vielen Jahren an der Spitze renomirter Theatergesellschaften stand - z. B. in Innsbruck, Augsburg, Bozen etc." Er erhielt sie für Hall und Steyr.Er er sucht, ihm die Subvention von 300 Gul den nach erfolgter Leistung in zwei Ra ten, nach der ersten bzw. zweiten Saison hälfte auszuzahlen. Die Badeverwaltung, die zu einer Stellungnahme aufgefordert wurde, schlägt vor, ihm vor 25. August keine zweite Teilzahlung zu geben, da Herr Zinker offen die Absicht ausspre che, schon Ende Juli von Hall abzureisen. In diesem Sinne antwortet der Landes ausschuß auch Louis Zinker. Am 24. Juli 1876 schreibt Zinker wieder an den Lan desausschuß: „Seit dem 1. Juni befinde ich mich im Curort Hall mit meiner Ge sellschaft und gebe im Theater Vorstel lungen. Trotzdem ich die größten Opfer gebracht und alles aufgeboten um das Publikum zufrieden zu stellen, was mir auch zum größten Theile gelungen ist, bin ich doch nicht mehr im Stande, mich länger als bis zum 1. August hier halten zu können, da die Theilnahme des Publi kums eine immer geringere wird und ich sogar in der sogenannten besten Zeit häufig kaum die Tageskosten, die Gagen meiner Mitglieder jedoch gar nicht ein genommen habe. Aus diesem Grunde bin ich gezwungen am 1. August mit meiner Gesellschaft Hall zu verlassen." Er bittet um die Auszahlung der 300 Gulden Subvention schon am 1. August d.J., damit er seine Gläubiger befriedi gen kann. Die Badeverwaltung um ihre Stellungnahme befragt, gibt dem Ansu chen keine Befürwortung, sondern be steht auf einer Saison von drei Monaten. Hillischer schreibt: „Die Landessubven tion kann ja nur den Zweck haben, ein Theater für Hall während der schlechten Zeit zu ermöglichen, denn für die Mo nate Juni und Juli ist eine Subvenhon nicht nöüg. Ein halbwegs gut geleitetes Theater kann in dieser Zeit hier fortkom men und faktisch hat auch Herr Zinker hier bessere Geschäfte als seine Vorgän ger gemacht." Eine Opernsängerin, Jenny Ottmar, hat an Zinker eine Gagen forderung von 120 Gulden, sie will des halb seine Subvention pfänden lassen, zieht aber ihre Klage wieder zurück. Hil lischer berichtet am 13. August, daß Zin ker seine Vorstellungen fortgeführt habe und sie im Laufe der nächsten Woche beenden werde, „weil der Stand der CurWie 62 und 64 und 16. Sitzung des Landesaus schusses vom 5. August 1875. '''' „Der Alpenbote", Steyr, 21. Jg., Nr. 60/1875. OÖLA, Statthaltereiarchiv, Präs.-Akt., Sch. 300.

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