OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

richtung und Ausstattung auf etwa 400 bis 500 Gulden. Diese Kosten würde er selbst übernehmen, er verpflichte sich, von Anfang Juni bis Ende August jeden Jahres mit seiner Gesellschaft von 12 bis 14 Personen Lustspiele, Possen und klei nere Operetten aufzuführen („Bekners Geschichte", „flochzeit bei Laternen schein", „Idanni weint - Hansi lacht", „Herr und Madam Denis", „Kunst und Natur", „Liebeszauber", „Müllerin von Marley", „Schöne Galathee", „Savojarden", „Zwei arme Blinde", „Zaubergeige", „Mädchen von Elisonzo", „Pierrot und Violetta", „Salon Pitzelberger") und bei jeder Vorstellung die Bademusik auf seine Kosten spielen zu lassen. Dieses In terimstheater soll über 10 Logen, 50 bis 60 Sesselsitze, 5 Reihen Parterrebänke und Stehplätze verfügen. Mit dem Bau soll noch im März begonnen werden. Dafür stellt Stauber an den Landesaus schuß die Bitte, ihm zu diesem Vorhaben einen jährlichen Beitrag von 300 Gulden zu bewilligen. Der Landesausschuß bewilligt vor läufig für das Jahr 1870 die erbetenen 300 Gulden gegen Einhaltung der im Ge such angeführten Verpflichtungen und der Anordnung, daß das Interimstheater in einem Umkreise von wenigstens 25 Klaftern von anderen Gebäuden ent fernt stehen soll, um die Ausbreitung ei nes eventuellen Brandes zu vermeiden.^'' Am 22. April 1870 sucht Stauber um die Konzession für Theatervorstellungen an und berichtet auch, daß mit dem Thea terbau bereits begonnen wurde.Am 9. Juni 1870 kann „Der Alpenbote" über das Theater in Hall bereits berichten, daß es am 1. Juni eröffnet wurde und bisher folgende Stücke zur Darstellung gelang ten: „Flotter Bursche", „Taub muß er sein", „Ich bin kein Dichter", „Der Mord in der Kohlmessergasse", „Die gebildete Köchin", „Eulenspiegel als Schnipfer", „Pfarrerköchin", „Unverhofft". Uber das Gebäude berichtet „Der Alpenbote": „Auf einem bei schönem Wetter leicht er reichbaren Wege, nicht zu weit von den Cur-Anlagen entfernt, - obgleich, wenn etwas näher, es dem Unternehmen kei nen Eintrag gethan haben würde, - hat Herr Director Stauber eine äußerlich un scheinbare Arena mit Aufwendung be deutender Kosten erbauen lassen. Die Schaale ist unscheinbar, aber der Gehalt trotz dem nicht minder gut, denn das In nere entspricht allen Anforderungen an ein Sommertheater, ist geschmackvoll ausgestattet, gewährt bequeme Sitze und ist bei schönem Wetter ein recht ange nehmer Aufenthalt, nicht zu heiß, nicht zu kalt, ohne Zugluft, trotz der oder we gen der von allen Seiten ein- und aus strömenden Luft. In 10 Logen, 45 Sperr sitzen, 100 Parterre- und 100 Gallerie plätzen eingetheilt, versammelt sich all täglich eine Schaar Theaterfreunde in den Räumen, die den Leistungen, unter stützt von der Bade-Musik, aufmerksam folgen .. Im Bericht über die abgelau fene Badesaison 1870 heißt es: „In der Saison 1870 wurde von einer PrivatTheater-Gesellschaft ein Nottheater er richtet, welches in der Nähe des soge nannten Hadringerwaldes aufgestellt ist und wozu von Seite des Landes pro 1870 eine Subvention von 300 Gulden geleistet wurde." Und weiters: „Das Theater, welches durch die Gewährung einer Landes-Subvention und SubvenOÖLA, Landesausschußakten, Fasz. 103. OÖLA, Statthaltereiarchiv, Präs.-Akten, Sch. 299. „Der Alpenbote", Steyr, 16. Jg., Nr. 23/1870.

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