OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

Von einer Vorstellung des Dilettan ten-Theaters im ständischen Kursaal zum Besten des Elisabeth-Kinderspitals am Sonntag, 6. September 1857, kündet ein weiteres handgeschriebenes Plakat. Aufgeführt wird das zweiaktige Lust spiel „Englisch". Ein numerierter Sitz ko stet 1 Gulden, ein Stehplatz 30 Kreuzer.'^ Im Bericht des Badehausdirektors Dr. Netwald über die abgelaufene Bade saison 1857 ist ebenfalls von Theaterauf führungen, und zwar drei Vorstellungen, die Rede: „... zu wünschen wäre nur, daß für das geschmackvolle Theater, das nur durch das unermüdliche Bestreben des Herrn Badhaus-Cassiers Hillisch zu Stande kam, ein zur bleibenden Aufstel lung geeigneter Raum ausgemittelt würde, indem der bisher dazu verwen dete Cursaal abgesehen von anderen Unzukömmlichkeiten sich für diesen Zweck jedenfalls als zu beschränkt her ausstellt, daß aber ein von Dilettanten besorgtes Theater namentlich in Jahren, wo die Witterung minder günstig wäre, sich zur Zerstreuung der leicht verdros sen werdenden Curgäste beitragen würde, ist gewiß, so wie anderntheils aus den Erträgnissen des Theaters Manches für wohltätige Zwecke geschehen könn te."" Am 25. Dezember 1857 sucht Hilli scher im Namen der Haller Dilettanten Gesellschaft erneut um Benützung des ständischen Kursaales für drei probe weise Theatervorstellungen an, die dann im Sommer vor den Kurgästen aufge führt werden sollen: „... hat es der ehr furchtsvoll Gefertigte im Laufe des vori gen Winters mit hoher Bewilligung un ternommen, in Hall ein Theater zu grün den und eine Dilettanten-Gesellschaft zu bilden, welche sich die Doppel-Aufgabe stellte: Den Curgästen Halls Vergnügen und verschiedenen Humanitäts-Anstal ten nicht unbedeutende Geldzuflüsse zu verschaffen. Beide Zwecke wurden schon in diesem Jahre in höchst erfreuli cher Weise erreicht, indem mehr als zwei Hundert Gulden von den Erträgnissen des Haller Dilettanten Theaters an arme Badegäste, an die Ortsarmen von Hall und Pfarrkirchen und das Elisabeth Hos pital vertheilt wurden und eine Gesell schaft hochadeliger Curgäste mit den Haller Dilettanten selbst Theater spielte." In dem Schreiben wie auch bereits im Ansuchen vom Sommer ist die Rede von einem beweglichen eleganten Thea terapparat. Diesem Antrag wird am 29. Dezember 1857 stattgegeben." Ob auch 1858 Theater gespielt wurde, ist ungewiß. Die Einreichung des Theaterstückes „Der Essighändler" um Aufführungsbewilligung an die Statthalterei in diesem Jahr könnte allerdings als Indiz dafür betrachtet werden.""^ Für 1859 ist dies wieder sicher nach gewiesen. Im Elenchus der Theaterzen surakten 1859 scheint die Eintragung „Ein Zimmer und zwei Betten" und „Das Losungswort" „für die Haller Dilettanten Gesellschaft" auf." Im Bericht des Kurin spektors über die abgelaufene Saison 1859 heißt es: „Es gab wieder Theater vorstellungen"," und auch Badearzt Dr. Rabl kommt in seinem Saisonbericht für 1859 darauf zu sprechen: „Dadurch so wohl als auch durch die emsigen BemüWie 1. " OÖLA, Landschaftsakten, Neue-RegistraturAkten, Bd. 346. Wie 9. " Wie 6, Elenchus für 1858. " Wie 6, Elenchus für 1859. Wie 13.

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