eine umfangreichere Neubearbeitung besorgt, die sich von den alten Paperbackausgaben nicht nur durch die Buchform, sondern vor allem durch das reichhaltige Bildmaterial unterscheidet. Dabei fällt aber sofort die an sich völlig unbegründete Viel zahl von Beispielen aus der Steiermark auf - die Bearbeiterin war zehn Jahre Leiterin des Diözesanmuseums in Graz und zuständig für die kirch liche Denkmalpflege in der Diözese Graz-Seckau. Von den 244 Abbildungen beziehen sich nur sechs auf Oberösterreich, dafür allerdings vier davon in Farbe. Beim Farbbild hl. Michael, Holzfigur im Stift Reichersberg, handelt es sich um eine Arbeit von Johann Peter d. A. Schwanthaler, um 1780. Die meisten Bilder sind ansonsten gut ausgewählt und durchaus informativ. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, etwa beim hl. Erhard, bei des sen Darstellung man auch aus dem Text sein At tribut nicht erkennen kann. Die Einteilung des Werkes hält sich an das bewährte alte Grundschema. Der erste Teil behan delt die einzelnen Attribute in alphabetischer Rei henfolge. Dabei seien die Strichzeichnungen be sonders hervorgehoben, die z. B. die verschiede nen Teile eines Bischofs- oder Papstornates, die wichtigsten Kreuzformen usw. anschaulich dar stellen. Der zweite, wesentlich umfangreichere Teil bringt ein alphabetisches Verzeichnis der Hei ligen und Seligen einschließlich verschiedener bi blischer Gestalten, soweit sie in unserem Namens gut vorkommen, von Aaron bis Zita. Bei jeder Heiligengestalt werden ein ganz knapper Lebens lauf, die Liturgie bzw. das Gedächtnis und die Art der Darstellung angeführt. Ein Abkürzungsver zeichnis und ein etwas dürftiger Literaturnach weis beschließen das Werk. Bei einer derartigen Materialfülle passiert es nur allzu leicht, daß trotz diverser Überarbeitun gen - manchmal sogar erst dadurch - Fehler und Mängel vorkommen; bei Heranziehung von Wer ken aus demselben Verlag, und zwar von Wimmer-Melzer das „Lexikon der Namen und Heili gen" und ein schon früher erschienenes Werk über die Heiligen und Seligen in Österreich und Südti rol, hätte manches vermieden werden können. Dazu einige Beispiele: Der hl. Bischof Gebhard 11. von Konstanz ist nicht in Petershausen gestorben, sondern wurde dort beigesetzt; sein individuelles Attribut ist weniger ein Kirchenmodell als viel mehr ein Totenkopf mit Tiara (Kopfreliquie Papst Gregors d. Gr.). Dafür ist der hl. Valentin von Rätien nicht „in der Kirche der Zenoburg bei Meran begraben", sondern auf der Zenoburg um 470 (und nicht schon „um 457") gestorben; seine Reli quien kamen um 739 nach Trient und einige Jahr zehnte später in den Dom zu Passau. Den Abersee beim hl. Wolfgang einfach dem Land Salzburg zu zuordnen, ist auch nicht ganz in Ordnung; sein Attribut Kirchenmodell hat er nicht, weil er „Pa tron der Kirche von St. Wolfgang" ist - das wurde er erst später -, sondern als deren Gründer ange sehen wird, und nicht nur von jener in St. Wolf gang. Weil die hl. Verena von Zurzach der Über lieferung nach mit der Thebäischen Legion in Zu sammenhang gebracht wird, muß sie nicht auch „aus Oberägypten" stammen; sie als „Priester haushälterin" zu bezeichnen, ist desgleichen allzu weit hergeholt. Daß die sei. Wilbirg von St. Flo rian und der sei. Gerhoch von Reichersberg nicht erwähnt werden, stört uns Oberösterreicher, ist aber noch verzeihbar, nicht aber, daß auch der Landes- und Stadtpatron von Wien, der hl. Kle mens Maria Hofbauer, nicht aufscheint. Der hl. Leopold ist nämlich nicht, wie angegeben, Lan despatron von Wien, dafür aber auch (und vor al lem) von Niederösterreich; auch wenn sich die an geführte Passage auf die Erzdiözese Wien bezieht, ist die Aussage nicht richtig. Wer sich auf Reisen schnell informieren möchte, wird, allein schon aus praktischen Grün den, nach wie vor wahrscheinlich lieber das alte Taschenbuch einstecken, und wer über bestimmte Heilige und Selige etwas erfahren will, wird besser das Standardwerk von Otto Wimmer in der Bear beitung von Hartmann Melzer heranziehen. Trotzdem ist das vorliegende Werk zu begrüßen, trägt es doch ebenfalls zum besseren Verständnis ganz allgemein der Ikonographie und im beson deren zum besseren Kennenlernen der Vielzahl an Heiligen in unseren Kirchen und Kapellen bei. Dietmar Assmann Bernhard G. Graf / Hans-Günther Kaufmann; Auf Jakobs Spuren in Bayern, Österreich und in der Schweiz. Rosenheim: Rosenheimer Verlagshaus, 1993. 136 Seiten mit 92 Farh- und Schwarzweißahbildungen, S 50,7-. ISBN 3-475-52768-5 Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela in der Provinz Galicia im Nordwesten Spaniens, seit dem 10. Jahrhundert eines der bedeutendsten Wallfahrtsziele der Christenheit, erlebte in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung, was sich auch in der Reiseliteratur niederschlägt. Dar über hinaus gewinnen auch die verschiedensten
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