bei Freistadt), dessen Wohnhaus noch ein spätgotisches steinernes Türgewände und ein „Seelenloch" an der Vorderwand besitzt, eine lichte Weite von 36 zu 26 cm, und ein Fensterstock mit gotischer Fase in einem kleinen Haus in der Nähe der Burgruine Ruttenstein (Niederhofstetten Nr. 5, Gemeinde Pierbach) hat eine solche von 37 zu 29 cm, während die „Liachtlucka" (Lichtloch) in einer dort benachbarten Hausruine eine Öffnung von 39 zu 26 cm aufweist. In den älteren Holzbauten waren nun die Lichtöffnungen sicher noch kleiner als bei den schon in Stein errichteten Wohnge bäuden, wie dies noch an den Fenstern mancher hölzerner Bauernhäuser in den Alpengebieten ersichtlich ist. Da in den Steingewänden nur Eisengitter in einfacher Kreuzform eingelassen waren und weder innen noch außen irgendwelche Haltevor richtungen vorkommen, kann es auch keine hölzernen Verschlußläden gegeben haben, wenn nicht ein an der Innenseite eingesetztes hölzernes Fenstergewände die Öffnung noch verkleinerte. Aber sogar in der „Veste Reichenstain" verfügt ein (jetzt zugemauertes) frühgotisches Rittersaalfenster trotz des sicher wesentlich besseren herrschaftlichen Wohnkomforts nur über eine lichte Weite von 98 zu 64 cm. Fenster glas gab es in unseren Burgen den Bodenfunden nach erst ab der Gotik - und das nur in Form von Butzenscheiben. Das sogenannte „Seelenloch" (eine kleine, rechtekkige Maueröffnung nahe der Zimmerdecke an der Außenmauer manch alter Bau ernstuben) soll der Uberlieferung nach der Seele eines in diesem Raum Verstorbe nen die Himmelsreise ermöglicht haben. Wahrscheinlich konnten hier die ver brauchte Luft und der Rauch der Beleuchtungsvorrichtungen oder gegebenenfalls einer offenen Feuerstelle entweichen. Dies dürfte auch ein Beweis dafür sein, daß die Fenster gar nicht zu öffnen waren. Als Hausabdeckung diente sicher ein einfaches Satteldach mit langen Schin delbrettern, die entweder mit Holznägeln oder mit auf Latten aufgelegten Steinen befestigt wurden, wie das im Alpenraum vielfach heute noch geschieht. Das in die ser Gegend bei Bauernhäusern ab und zu noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Strohdach wird wegen der höheren Feuersgefahr kaum verwendet worden sein. Zu der an der nördlichen Schmalseite des Turmes angebauten Küche muß sich der Zugang nach der örtlichen Gegebenheit in der nach Nordosten gerichteten Wand befunden haben. Uber dem zum Keller hin aufgemauerten Herd wird der über das Turmdach hinausragende Küchenschlot auf einem Tonnengewölbe aufge sessen sein, wenn es nicht damals schon den später üblichen, sich allmählich nach oben verjüngenden Schornstein gab. Ein an der Südwestwand ausgespartes Schlitz fenster mag den Küchenraum notdürftig beleuchtet oder zumindest mit Frischluft versorgt haben, wenn der Eingang geschlossen war. Unterhalb dieser Maueröffnung lagen im Hof die meisten und größten Gefäßscherben. Das so beschriebene, auf der höchsten Stelle des Burgareals gelegene Kern werk wurde mit Ausnahme an der Küche, am Stiegenaufgang vom Vorhof und dem Abtritt von einer Wehrmauer mit mehreren, dem Gelände entsprechenden Abwin kelungen umfangen. Auf der mit dem steinernen Unterbau des Turmes vielleicht gleichhohen Trockenmauer war in einer Breite von mindestens 1,85 m ein hölzerner
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2