angeführte Zeichen. Aber auch dieses befindet sich beim Fundstück aus Stampfegg auf härter gebrannter grauer Ware vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahr hunderts; außerdem hat es einen etwas größeren Durchmesser. Das Radkreuz und die rasterartigen Formen gibt es auf dem aus der Romanik stammenden Fundgut fast aller untersuchten ehemaligen Burgen und Sitze, wenn auch jeweils in unter schiedlicher Größe und beim Gitter in verschiedensten Zusammenstellungen. So sehr nun die Rametsteiner Gefäßformen und die Bodenzeichen auf das Hochmittelalter weisen, dürften sie doch kaum weit in das 12. Jahrhundert zurück reichen. Darauf deuten auch die nur mehr schwach ausgebildeten Schulterkanten an den Schlankgefäßen. Außerdem läßt sich der Burggraben nicht der ältesten Burg bauperiode zuordnen, da ein solcher bei keiner einzigen anderen Holzburg anzutref fen ist. Mit den wenigen Fundstücken - von manchem Gefäß gibt es nur einen Scherben - kann auch eine Gesamtdauer der Besiedlung nicht bestimmt werden, weil ja außer der von den Gefäßen fehlenden Scherbenmasse ebenso die jüngsten wie die ältesten Relikte verschwunden sein können. (Von der Holzburg auf dem Strafenberg gibt es 4.129 keramische Bruchstücke, die von schätzungsweise fast 400 Einzelexemplaren stammen dürften.) Daher muß abschließend zugegeben werden, daß eine absolut sichere Datierung nicht möglich ist. Rekonstruktionsversuch Nachdem der Boden an allen möglichen Stellen nach den Kulturgütern abgesucht war, wurden die noch vorhandenen Grundfesten der Hofmauer und die von der Rute gemuteten Umrisse des Gebäudes und der anschließenden Küche völ lig freigelegt und vermessen. Da die vier Ecken des Wohnturmes (wegen der Dreige schossigkeit so bezeichnet - siehe weiter unten) an Felsausbrüchen und Abplattun gen zu erkennen waren, konnte nach mehrmaliger Kontrolle mit der Rute die Länge mit 9,90 m und die Breite mit 6,60 m festgestellt werden. Daß bei der Errichtung die rechten Winkel exakt eingehalten worden waren, bewiesen die gleichlangen Diago nalen. Für den Küchentrakt ergab sich aus den Mauerbettungen und den noch teil weise vorhandenen Grundfesten der an den beiden Außenecken anstoßenden Hofund Wehrmauern ein quadratischer Grundriß von 4,25 m Seitenlänge. Die Mauer stärken dürften bei allen Bauwerken rund 0,90 m betragen haben (im Plan mit Aus nahme der Küche strichliert dargestellt). Daß die Ausmaße des Wohnturmes - man könnte vielleicht auch Hochhaus dazu sagen, weil einige ehemalige Standorte solcher Anlagen Hausberg heißen und auch der Flurname „Hochhaus" überliefert ist - auf dem Strafenberg mit 8,30 m zu 6,30 m kleiner sind und sich nicht an das Verhältnis 3 ; 2 halten, wie es sonst auch an mehreren anderen Plätzen von hölzernen Sitzen beobachtet wurde, hängt mit den dort gegebenen Bodenverhältnissen auf den hohen Felsen zusammen. Weil aber der Mauerverlauf und der weitere Aufbau bei jenem „Musterbeispiel" zweifelsfrei durch die vielen Einstemmungen im Fels beweisbar sind, soll hier deren Beschreibung zum Vergleich mit den Mutungsergebnissen der Wünschelrute im wesentlichen wieder-
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