OÖ. Heimatblätter 1994, 48. Jahrgang, Heft 2

Hängeepiiaph aus rotem Marmor über dem Sarko phag. Umrahmt von Dreieckgiehel und seitlichen Marmorhändern mit drei Schlitzen, welche die Seitenhänder des Sarkophages wiederholen. Die Gold schrift ist auch beim Original kaum leserlich. Der strenge Giebel zeigt an der Basis und im Gebälk ei nen Eierstab. Die Bekrönung bildet ein Lilienkreuz, in dessen Mitte ein Rundmedaillon mit dem Dornenhaupt Christi. Auf den Giebelschenkeln sitzen zwei nackte Engel, der linke weinend, mit einem Palmzweig, der rechte mit gesenkter Fackel. Unter der Schrifttafel ein Römerhelm mit Schwert auf Ei chen- und Palmzweig (Bronze). Epitaphien aus besonderen Anlässen Abb. 18: Traunkirchen (Friedhofsmauer) Erinnerung an die bei einem Sturm am 31. ,7 1910 im Traunsee Ertrunkenen. Die Schrift bei den Epitaphien Was für die Schrift beim Grabmal gilt, hat die gleiche Bedeutung für die Epitaphien: Die Ausführung der Schrift ist von größter Wichtigkeit. Schlecht an geordnete oder ausgeführte Schrift kann die Gesamtwirkung völlig verderben. Klassizismus und Nachfolgezeit Die allgemeine Rückkehr zu stren gen Formen seit 1800 wird auch in der Schrift vollzogen. An die Stelle des Qua drates der römischen Kapitalis tritt das stehende Rechteck (vgl. Abb. 1). Die Na men sind oft durch Vergoldung, ge schwungene Anordnung und Unterstrei chung hervorgehoben (vgl. Abb. 5). Eine humanistische Kursive zeigen die Abb. 10 und 12. Abb. 17: Linz (Stadtpfarrkirche, außen) - Gefalle nengedenken. In Erinnerung an die Umsturzjahre 1848/49, er richtet 1894. Ausführung in Adikulaform. Gefalle- Romantik und Biedermeier Im Zusammenhang mit der Neu gotik wird auch die gotische Schrift

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