ser zusammengetroffenen Männer der Auffassung, daß es sich nur um einen Meteo riteneinfall handeln könne, so erschien zunächst ein Suchen in der Dunkelheit hoff nungslos. Man hatte sich genau die Einfallsrichtung gemerkt und auch die Entfer nung abgeschätzt. Bei der gleich am nächsten Morgen begonnenen Suche konnte der Landwirt Anton Doppelbauer auf einem seiner frisch bestellten Felder eine kleine Vertiefung entdecken, aus der in nur 23 cm Tiefe der Meteorit geborgen wer den konnte. Der Einschlagkanal verwies auf eine Einfallsrichtung aus Nordnord west. Dabei wurde wieder alles sorgfältig bezeichnet und vermerkt, was für die spä teren Untersuchungen wichtig war. Breitwieser hat noch am gleichen Tag das genaue Gewicht festgestellt und sogar versucht, das spezifische Gewicht zu ermitteln, womit bereits feststand, daß es sich nicht um einen Eisen-, sondern um einen Steinmeteoriten handeln müsse. Der Fund gehörte dem Gesetze nach dem Finder und Grundbesitzer Anton Doppel bauer, der aber bereit war, das für Oberösterreich einmalige Stück dem OO. Lan desmuseum abzutreten, das für eine entsprechende Entschädigung sorgte. Seither zählt dieses Stück zu den kostbarsten Unikaten der geowissenschaftlichen Samm lungen des Museums. Dank der Bemühungen von Dr. Schadler, der ein umfangreiches Beobach tungsmaterial sammeln, kritisch prüfen und durch mündliche und schriftliche Rück fragen erweitern konnte, war in Zusammenarbeit mit Dr. J. Rosenhagen von der Universitätssternwarte in Wien die Berechnung und Rekonstruktion der Flugbahn dieses Himmelskörpers möglich geworden, was schon deshalb nicht einfach war, weil sie in einer sonst nicht üblichen Spirale endete (1935). Die Beobachtungen las sen darauf schließen, daß der Meteorit aus dem Raum Oberitalien kam, wo er ver mutlich in die Erdatmosphäre eindrang, zunächst ziemlich geradlinig in nordöstli cher Richtung bei einer Geschwindigkeit von etwa 45 km/Sek. in rund 50 km Höhe die Hohen Tauern, dann bei abnehmender Neigung das Salzkammergut und schließlich in etwa 14 km Höhe den Raum Wels überflog. Westlich von Linz ging die Bahn schließlich in eine Spirale über, so daß das Objekt, das ursprünglich aus Süd westen kam, bei stark abnehmender Geschwindigkeit nun von Nordwesten her die Erdoberfläche erreichte. Dieser nicht zu erwartende Übergang der Bahn in eine ver hältnismäßig stark gekrümmte Spirale fand seine Erklärung in der Absplitterung eines kleinen Stückes, das zwar bis heute nicht gefunden wurde, aber am Stein selbst deutlich erkennbar ist und außerdem auch von Augenzeugen beobachtet wer den konnte (1935, S. 128 ff., Beobachter Nr. 13 und 15). Der Knall wird mit dem sogenannten Hemmungspunkt in Verbindung gebracht, bei dem sich infolge der stark abnehmenden Geschwindigkeit die vor dem Körper angestaute Druckwelle löst und im nachfolgenden Vakuum explodiert, was etwa in 6 km Höhe erfolgt sein muß und womit auch das Erlöschen der Lichterschei nung in Verbindung gebracht wird (1935, S. 155 ff.). Nun noch kurz zum Objekt selbst. Der 2.125 g, nach Entnahme eines Bohr kerns für die chemische und mineralogische Untersuchung nur mehr 1.987 g schwere Stein hat die Form einer unregelmäßigen, auf der Vorderseite stark abge-
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