dankt auch dem Tiroler Volkskunstmuseum für die Übernahme der Redaktion. Ein gutes Layout mit farbigem Bild vorne und Übersichtsplan auf der Rückseite, ein kurzer Überblick über die Lan deskunde des Bezirkes Kufstein als tirolisch-baye rischer Grenzraum, eine Beschreibung vom Alp bacher Bergbauernmuseum, Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum Brixlegg, Museum Tiroler Bau ernhöfe Kramsach, Heimatmuseum Festung Kuf stein, Niederndorf, Reith und Wörgl, Rittersaal museum Mariastein, Augustiner-Museum Ratten berg, Erlebnisbergwerk Wildschönau im ersten Bändchen, dazu eine Übersicht mit Anschrift, Te lefon, Öffnungszeiten und Schwerpunkten. Die Aktualität sieht man darin, daß in Kufstein z.B. auf die kommende Landesausstellung 1993 hinge wiesen wird, die entsprechende Änderungen zur Folge haben wird, daß in Rattenberg eine Samm lung beschrieben wird, die erst im Mai 1993 eröff net werden soll, usw. Im Bezirk Imst folgt man dem Schema mit ei ner Übersicht als Vorwort, ging aber von der alphabetischen Anordnung ab: Heimatmuseen in Imst, Rietz und Tarrenz, Stift Stams, die Galerie zum alten Oetztal und das Turm-Museum in Oetz, das Ötztaler Freilichtmuseum in Längen feld, die Bäuerliche Gerätesammlung der Land wirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst und das Nassereither Fasnachtmuseum werden beschrie ben. Das Heft greift nach Südtirol über: im Burg grafenamt wird das Apfelmuseum (Südtiroler Obstbaummuseum) in Lana behandelt, eine Über sicht erfaßt auch die anderen Sammlungen in Meran und Umgebung, darunter das Landesmuseum für Archäologie in Schloß Tirol. Der dritte bisher erschienene Führer behan delt mit dem Bezirk Landeck auch den ünterengadin und Obervinschgau (Sammlungen in Schloß Landeck, St. Anton am Arlberg, Kaunertal, Serfaus, Pfunds, Nauders, Samnaun, Scuol und Schiuders), spezielle Themen sind der Winter sport (St. Anton) und die Tiroler Kaiserjäger (Serfaus) sowie die sakrale („sakarale"!) Kunst in Schluderns. Die Finanzierung des Druckes erfolgt durch die Kulturabteilung des Landes Tirol und die ört lichen Fremdenverkehrsorganisationen sowie durch Inserate, von der Auflage kaufen die einzel nen Museen zu niedrigem Preis Exemplare an, bei deren Absatz sie dann bescheidenen Gewinn er zielen können. Über den Buchhandel sind die Hefte allerdings nicht erhältlich, ob sie in den Bi bliographien erfaßt werden, wird sich zeigen. Trotzdem: eine Förderungsaktion, eine Werbe kampagne, eine Unterstützung des Tourismus und ein Service für Einheimische und Gäste. Wäre das nicht ein Vorbild für ähnliche Publikationen oder Reihen in anderen Bundesländern, nicht zu letzt auch in Oberösterreich? Georg Wacha Carl Schmitt: Glossarium. Aufzeichnungen der Jahre 1947-1951. Herausgegebenen von Eber hard Freiherr von Medem. Berlin: Verlag Duncker & Humblot, 1991. XVII, 364 Seiten, DM 78,-. Der in diesen Blättern schon mehrmals vor gestellte Carl Schmitt (1888-1985) gehört nach wie vor zu den anregendsten und zugleich um strittensten politischen Denkern des 20. Jahrhun derts im deutschen Sprachraum. Würde man ihn nach seinem Beruf als Professor des Verfassungs und Völkerrechts nur als hochrangigen Rechts wissenschaftler einstufen, so würde man seine stupenden philosophischen, theologischen und lite rarischen Kenntnisse unverdient in den Hinter grund drängen. Gerade diese blitzen, vielfach in den antiken und in den lebenden Sprachen for muliert, in dem eben herausgekommenen Glossa rium auf. Dabei handelt es sich um - zur Publika tion bestimmte (S. VI) - Aufzeichnungen in Tage buchform, die den Zeitraum von drei Jahren um spannen, gegliedert in drei Büchern, beginnend mit 28. August 1947, endend mit 14. August 1951, und zwar „mit dem schönen Worte: Frieden!". Den Tagebucheintragungen liegen nicht etwa private, den Tag betreffende Geschehnisse zugrunde, sie sind vielmehr geistige Auseinandersetzungen mit weitgehend auch heute noch bedeutsamen Frage stellungen. Groß ist die Zahl der Autoren, mit de nen sich Carl Schmitt immer wieder beschäftigt. Ein uns betreffendes Beispiel: Am 5. April 1948 mißt er Hermann Kasacks „Stadt hinter dem Strom" an Alfred Kubins „Die andere Seite" und schreibt hiebet: „Der erste Teil führte Kubin's An dere Seite und Kafkas Prozeß mit bestem Erfolg in die Gegenwart des Jahres 1943/44." Und am sel ben Tag macht er sich Gedanken über Leon Bloys Wirkung auf Ernst Jünger. Damit ist indirekt ein weiterer Oberösterreich-Bezug hergestellt: Denn dieser französische Dichter ist neben Madame Curie die zweite Hauptfigur in dem bewunderswerten Buch „Zeit des Raben, Zeit der Taube" der nun schon Jahrzehnte in Leonding beheimateten Gertrud Fussenegger, die wiederum das Werk
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