Konvent von Engelszell 1577 noch auflösen, wenn ihn bereits 1571 die Pest ausgerottet hat (S. 218)? Auch die fotografische Ausstattung, eben falls Werk des Autors, ist keine lichtbildnerische Offenbarung; die Bildauswahl ist keineswegs re präsentativ, und gelegentlich findet man ähnliche Ansichten. Bei der Bildanordnung hätte man be rücksichtigen sollen, daß Bilder nicht einige Sei ten vor oder nach dem diesbezüglichen Text pla ziert werden. Sich bei diversen Personen für ffilfe, Rat, Hinweise und Informationen zu bedanken, gebie tet der Anstand; mindestens so gut wäre es gewe sen, hätte der Autor auf eigenes Wissen und Ver ständnis zurückgreifen können. Hätte er sich in den letzten Jahren für die Landesausstellungen in den Klöstern interessiert, hätte er kompetenter über Demut und Pracht geschrieben. Karl Mitterschiffthaler Bauern in Bayern: von der Römerzelt bis zur Ge genwart. (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur Nr. 23/92.) Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 1992. 304 Seiten. ISBN 3-7917-1347-7 Das Jahr 1992 stand sowohl in Oberöster reich wie auch in Bayern im Zeichen von Landes ausstellungen, die die Landwirtschaft zum Thema hatten. Während die oberösterreichische Ausstel lung unter dem Titel „Bauern - unser Leben, un sere Zukunft" eher gegenwarts- und zukunftsbezogene Probleme, Situationen und Entwicklungen aufzeigte, befaßte sich „Bauern in Bayern" mehr mit der geschichtlichen Entwicklung. Durch die enge historische Verbindung der beiden Länder war die Straubinger Ausstellung auch für unseren Raum von besonderer Bedeutung. Der vorliegende, reich bebilderte Katalog bringt eine Darstellung der Landwirtschaft vom Ende der Römerzeit bis in die Gegenwart. Neben den sehr ausführlichen Beschreibungen der Aus stellungsobjekte sind den einzelnen Kapiteln je weils kurze Artikel vorangestellt, die, obwohl manchmal in sehr knapper Form, einen guten Jjberblick bieten und auf die wichtigste Literatur hinweisen. Naturgemäß haben die das Mittelalter betreffenden Abhandlungen den meisten Bezug zu Oberösterreich. Doch sind auch die restlichen „rein bayerischen" Beiträge, etwa über die Techni sierung und Mechanisierung der Landwirtschaft von Interesse. Hervorzuheben wären auch die bei den, die nationalsozialistische Zeit betreffenden Themen über die zentral gelenkte Landwirtschaft, und die Darstellung des Bauern in der damaligen Kunst. War doch die Landwirtschaft bzw. das „deutsche Bauerntum" ein wesentliches Anliegen dieser Ideologie, und Hitler selbst erklärte: „Deutschland wird ein Bauernland sein, oder es wird nicht sein." In den Darstellungen über die gegenwärtige bzw. zukünftige Situation der Landwirtschaft feh len leider Hinweise über die Bedeutung der Bau ern für die Gestaltung, Pflege und Erhaltung der Landschaft. Ist doch das Bild des Landes gerade während des behandelten Zeitraumes wesentlich durch die Landwirtschaft, durch Urbarmachung und Besiedlung geprägt worden, ist eine genützte Kulturlandschaft entstanden. Neben dem behan delten nötigen Umdenken in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht wäre doch auch die Bedeu tung der Erhaltung des ländlichen Raumes in sei ner Eigenschaft als Erholungsraum einer Betrach tung wert gewesen. Alles in allem ist der Ausstellungskatalog je doch als gut gelungenes Werk zu bezeichnen. Sachlich fundiert, gut lesbar und mit vielen inter essanten Abbildungen versehen, vermittelt er ein informatives Bild über die Geschichte und Ent wicklung der Landwirtschaft und somit auch un seres Landes in den letzten 1.500 Jahren. Gerhard Gaigg Tiroler Bezirksmuseumsführer: Imst, Kufstein, Landeck. Hg. von den Museen des Bezirkes unter Mitwirkung der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung, 1992. 28 bzw. 32 Seiten mit Färb- und Schioarzweißbildern. Von Tirol ging die Initiative zum ersten gut gestalteten österreichischen Museumsführer (hg. Erich Egg - Maria Dawid, 1985) aus. In Nieder österreich versuchte man in Listenform vorzuge hen (Olaf Bockhorn - Hermann Steininger, 1: Viertel unter dem Wienerwald, 2: Viertel unter dem Manhartsberg, jeweils 2. Aufl. 1982/1984), er reichte damit aber keine Publikumswirksamkeit und entsprach nicht den Vorstellungen des Tou rismus. In Tirol hat sich der Fremdenverkehr der Sache angenommen und die Herausgabe von be zirksweisen handlichen Ubersichten über Regio nal-, Talschafts- und Ortsmuseen betrieben. Lan deskulturreferent LR Fritz Astl begrüßt im Muse umsführer des Bezirkes Kufstein die Herausgabe,
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