Doch die Jungautoren, die von Aggression und Angst (Eva Kraft, Fürsorgerin an der NeuroGeriatrischen Abteilung der Landesnervenklinik in Salzburg) ebenso künden wie von Alltag (Ru dolf Habringer, 1990 zum „Linzer Geschichten schreiber" berufen) und Träumen (Friedrich Gföllner, 1961, aus Vöcklabruck), brauchen nicht nur Hörer, sondern auch Leser, was mit Käufer gleich zusetzen ist. Uber das Lesen hinaus ist ferner Re sonanz nötig. Der Buchbesprecher sieht sich we niger als Kritiker als vielmehr als Vermittler, als ei ner, der die spannungsgeladene Fülle an Gedan ken in dieser Broschüre aufleuchten lassen will; darum stellt er fest: Es gibt in dieser Anthologie eine unerwartete Bandbreite an poetischen Versu chen, an sprachlichen Spielereien und zeitnahen Gedanken, die wert sind, mitverfolgt zu werden, angenommen oder kritisiert zu werden, ob nun die Universitätsstudentin Ute Lang über ihre „Neujahrsdepressionen" referiert oder der OBBFahrdienstleiter Anton Bruckner „ekstatische" Poesiefetzen ausbreitet. Der Leser ist diesmal der Kritiker, wenn diese schriftlichen Exponate ins Vi sionäre, Unfaßbare gehen (Till Mairhofer, 1958, Steyr) oder ins gedanklich Hintergründige (Mari anne von Buseck, 1956, Salzburg). Wenn der Au tor Thomas Gamperl (1970, Amstetten) formu liert; „Der Run auf die Formulierung hat begon nen", so sollte der Leser als Schiedsrichter nicht fehlen. Es ist das verbriefte Recht solcher Dichter, „der allgemeingültigen Meinung entgegenzustehen,/anzukämpfen gegen Statistiken,/gegen den Strom zu schwimmen,/...", wie es Andrea C. Kat zensteiner (1959, Waidhofen/Ybbs) sagt. Doch un ter dem Strich hat die „Hoffnung auf Heilung" zu bleiben trotz widrigster Umstände. Fritz Berger Anton-Brucknei-Institut Linz (ABIL). BrucknerSymposion im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz. Bericht. Hgg. von Franz Grasherger f, ah 1981 von Othmar Wesse/y. Linz: Anton-Bruckner-Institut Linz / Lin zer Veranstaltungsgesellschaft mhH. / Kommissionsver lag: Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, ah Bericht 1988: Wien: Musikwissenschaftlicher Verlag. Bruckner-Symposion, 22.-23. 9. 1977. Linz 1979. 68 Seiten (vergriffen). - Bruckner-Sympo sion „Die Fassungen", 14.-16. 9. 1980. Linz 1981. III Seiten. - Bruckner-Symposion „Die österrei chische Symphonie nach Anton Bruckner", 12.- 14. 9. 1981. Linz 1983. 102 Seiten. - BrucknerSymposion „Bruckner-Interpretation", 16.-19. 9. 1982. Linz 1983. 121 Seiten. - Bruckner-Sympo sion „Johannes Brahms und Anton Bruckner", 8.-11. 9. 1983. Linz 1985. 250 Seiten. - BrucknerVorträge Budapest 1983/84. Österreichisch-Unga risches Bruckner-Symposion. Franz-Liszt-Musikhochschule Budapest, 18. 5. 1983 und 3. 4. 1984. Linz 1985. 46 Seiten. - Bruckner-Symposion „Bruckner, Wagner und die Neudeutschen in Österreich", 20.-23. 9.1984. Linz 1986. 224 Seiten. Bruckner-Symposion „Anton Bruckner und die Kirchenmusik", 19.-22. 9.1985. Linz 1988.191 Sei ten. - Bruckner-Symposion „Bruckner, Liszt, Mahler und die Moderne", 17.-21. 8. 1986. Linz 1989. 197 Seiten. - Bruckner-Vorträge Rom 1986, Bruckner-Symposion „Anton Bruckner e Ja musica Sacra", S. Maria dell'Anima Rom, 3. 6. 1986. Linz 1987. 46 Seiten. - Bruckner-Symposion „Bruckner und die Musik der Romantik", 16.-20, 9.1987. Linz 1989.197 Seiten. - Bruckner-Sympo sion „Anton Bruckner als Schüler und Lehrer", 21.-25. 9. 1988. Linz 1992. 206 Seiten. Auf Initiative von ao. Univ.-Prof. Hofrat Dr. Franz Grasberger, Direktor der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, fand 1977 im Rahmen des Linzer Brucknerfestes erst mals ein wissenschaftliches Symposion statt. Ob wohl nur sechs Referate vorgetragen wurden, gab es unerwartet lebhafte Diskussionen und, was be reits intendiert war, die Uberzeugung, daß man sich mit A. Bruckner in einer intensiveren Weise wird befassen müssen, falls man noch etwas Ernstzunehmendes über ihn sagen will. Dies war die Geburtsstunde des ABIL, das heute eine be deutende, international anerkannte Institution ist, aber leider noch nicht der Startschuß zur kontinu ierlichen Fortsetzung dieser für den wissenschaft lichen Meinungsaustausch so bedeutenden Sym posionsreihe. Man hat sich die Aufgabe gestellt, das alte, klischeehafte, heroisierte und teilweise falsche Brucknerbild, das heutigen wissenschaft lichen Erkenntnissen nicht mehr standhalten konnte, zu hinterfragen; dieses ist ja auch bei an deren großen Meistern geschehen oder im Gange. Durch eine klar abgegrenzte Themenangabe und durch ein jeweils gezielt ausgewähltes internatio nal besetztes Referentenforum und ausführliche Schlußdiskussionen kamen wertvolle neue Er kenntnisse und Ergebnisse zutage, wozu aber nicht nur Musikforscher, sondern auch Vertreter anderer Disziplinen aufschlußreiche Beiträge lei steten. Diese seit 1980 nun alljährlich stattfin dende Symposionsreihe hat sich durch die be-
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