OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

Seite, aber er hat - von den Kinderkrankheiten der Hayd-Monographie befreit - ein solides Werk über einen traditionsgebundenen heimischen Bildhauer geschaffen. Die Technik hat bei der Her stellung des Buches leider manchmal arge Kaprio len geschlagen, nicht nur bei Abteilungen wie „Bruk-kner" durch den Computer, sondern spezi ell bei dem zweizeilig programmierten Werkver zeichnis, das eben manche Zahlen (Maße etc.) ei ner notwendigen dritten Zeile ausließ. Eine neu ausgedruckte Beilage war erforderlich. Ein langer Errata-Zettel erfaßt bei weitem nicht alle Fehler und Nachlässigkeiten (Westphalen statt richtig Westfalen, 161, Ruppert statt Rupert Feuchtmüller, 162 f., Kapners Geschichte der Ringstraßendenk mäler in: Die Wiener Ringstraße, 9/1, 163, Fersterl statt Ferstel, 167, Gehardt statt Gebhardt, 168, u.a.m.), hier soll nur darauf verwiesen werden, daß Hanaks „Freude am Schönen" schon 1908 fer tiggestellt worden war. Aber diese unschönen Fehler vermindern nicht den Wert des Buches: eine Persönlichkeit, die für das Kunstleben Oberösterreichs von Be deutung war und ist, wurde in ein Zeitbild ge stellt, bei dem der Autor auch schwierigen Ab schnitten nicht aus dem Weg ging: Erster Welt krieg und Nachkriegszeit, Wohnungsnot und In flation, Systemzeit, Anschluß, Haus der Deut schen Kunst (mit Forsters Christophorus als einzi ger religiöser Plastik!), Bruckner-Büste für die Walhalla, harte Jahre in der Zeit nach dem Zwei ten Weltkrieg und familiäre Schwierigkeiten durch den Verlust der engsten Angehörigen. Lei der waren Feichtinger die schriftlichen Quellen nicht zugänglich (S. 171), die Werksfaszikel hätten vielleicht noch manches Licht auf Entstehung und Ausführung geworfen. Aber es ist hier ohne Vor behalt anzukündigen eine inhaltsreiche, gut ge staltete Monographie über den - nach Anton Lutz' Tod - Doyen der heimischen Künstler, über Bildhauer Forster in St. Florian. Georg Wacha Michaela Gustenau: Mit brauner Tinte. Natio nalsozialistische Presse und ihre Journalisten in Oberösterreich 1933-1945. Beiträge zur Zeitgeschichte, Bd. 13. Linz: OÖ. Landesarchiv, 1992. 304 Seiten, illustr., S 298,-. ISBN 3-900-31353-9 Leidenschaftslos und sachlich behandelt die Linzerin Michaela Gustenau die Presse- und Ver lagslandschaft Oberösterreichs zwischen 1938 und 1945, bezieht dabei klugerweise die Zeit zwi schen dem Verbot der NSDAP und dem „An schluß" (1933-1938) mit ein. Dann wird der „Pres se-Anschluß" nach 1938 behandelt, die national sozialistische Gauverlagspolitik der Jahre 1938 bis 1945. Neben diesen mehr organisatorischen Fra gen, die allerdings die Bestrebungen von Gaulei ter Eigruber offen aufzeigen, eine umfangreiche brutale Hausmachtpolitik aufzubauen, ist der fol gende Abschnitt über die „Knebelung der Presse" von Interesse, der vor allem den „journalistischen Alltag" aufzeigt; Hand in Hand damit die biogra phischen Studien „Zwischen Fanatismus, Anpas sung, Resistenz und Widerstand", die immerhin auch fast 80 Seiten ausmachen. Ein Verzeichnis der Presse samt Auflagenzahl, ein Abkürzungs verzeichnis, eine Erklärung der 30 Abbildungen, schließlich ein Quellen- und Literaturverzeichnis ergänzen den Band. Die Öffnung der Archive (für wissenschaft lich Tätige) und die Aufarbeitung der Geschichte der nationalsozialistischen Zeit wie dieser Band, der als Band 13 der „Beiträge zur Zeitgeschichte Oberösterreichs" erschien, ist der vielleicht wich tigste Weg, „braune Flecken" der Vergangenheit zum Verschwinden zu bringen - oder gar nicht entstehen zu lassen. Harry Slapnicka Fritz Fellner, Peter Himmetsberger: in Freistadt ansässig. Weitra: Bibliothek der Provinz, 1991. 254 Seiten mit vielen Abbildungen und Anhang. ISBN 3-900-87868-4 „Er wollte nicht weit, gewissermaßen nur um die Ecke der Zeit, in die Tage der Kindheit, denn dort schien es ihm schön gewesen" (Ödön von Horväth). Mit diesem Zitat zu Beginn des Vorwortes wird Inhalt und Linie des Buches klar umrissen. Die schnellebige Zeit bringt rasche Veränderun gen in allen Lebensbereichen mit sich. Man muß nicht unbedingt in das 17. oder 18. Jahrhundert zurückblicken, betritt man den Boden des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so ergeben sich für viele Personen Einblicke in ein heute völlig unbekanntes Leben. Die Lokalge schichte von Freistadt soll wie ein Bilderbogen vor dem Leser ablaufen. Dieser Bilderbogen eines Jahrhunderts beinhaltet Stationen wie Freistadt bis 1900, Freistadt im Ersten Weltkrieg, Notzeiten und Unwetter, Gesellschaftliches, Erinnerungen

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