aber auch als Anregung gedacht, über die vorlie genden Zeilen hinaus tätig zu werden; der indivi duelle und persönliche Wunsch kann nicht als Musterrede abgedruckt sein, und so ist es ange bracht, bei Feierstunden ganz spezifisch Familiä res und Persönliches einfließen zu lassen. Alexander Jalkotzy Fritz Feichtinger: Bildhauer Forster - Eine Mo nographie. Sieyr: Ennsthaler, 1992. 202 Seiten, 114 Abb., davon 40 in Farbe, S 580,-. Autor, Fotograf und Gestalter der neuen Mo nographie über einen oberösterreichischen Künst ler ist Fritz Feichtinger, selbst Maler und Kunst erzieher. Er kleidet den großformatigen Band in den Farbton des roten Marmors, zeigt auf dem Vorsatz die Geräte des Bildhauers für Schnitzen und Stemmen und hat auch mit gutem Einfüh lungsvermögen die Werke im Bild erfaßt, sie in vielen Schwarzweiß- und vierzig Farbaufnahmen wiedergegeben. Für den Kunstschriftsteller Feich tinger ist der Titel „Bildhauer Forster" ausrei chend; Nur wenige Gehminuten entfernt in St. Florian aufgewachsen, kann eindeutig nicht der Vater, Franz Sales Forster (14. Dezember 1851-3. Juli 1935), Hausbesitzer und Gemischtwarenhändler, großer Musikfreund und langjähriger Leiter der Ortskapelle, gemeint sein, sondern der Sohn, Franz Seraph Forster (*25. Mai 1896), eben der „Bildhauer Forster" schlechthin, dessen Schaf fen aus der Zeit der Monarchie bis fast an das Ende des Jahrhunderts heranreicht; zum 95. Ge burtstag ist dieses Buch geschrieben worden. Und vom ersten „Manderlschnitzen" des Kin des zur Schulzeit über die Ausbildung an der Holzfachschule in Hallstatt 1909 bis 1913 bis hin zum Studium an der Wiener Akademie der bil denden Künste bei Prof. Müllner und Hellmer reicht der Überblick über das künstlerische Erwa chen. Vielleicht hätten einige Zahlen den Eingriff des Weltkrieges in das akademische Studium un terstrichen: Im Wintersemester 1913/14 waren es 27 Studierende der allgemeinen Bildhauerschule, 1914/15 17, im Sommersemester elf, 1915/16 nur sechs, 1916/17 drei bzw. (Sommersemester 1916/ 1917) ein Studierender (Die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien 1892-1917, S. 230-7)! Nach Kriegsdienst am Isonzo kann Forster im De zember 1918 in schwieriger Zeit das Studium fort setzen, erhält den „Neuling"-Preis (gestiftet vom extravaganten Brauereibesitzer Vinzenz Neuling 1819) und schließt im Juli 1924 seine lange akade mische Ausbildung ab. Einen Einschnitt bildet die Begegnung mit Anton Bruckner: Forster war 1921 dabei, als zum 25. Todestag des Komponisten erstmals das Grab in St. Florian geöffnet wurde. In der ersten Bruck ner-Ikonographie hat Heinz Schöny ihn unter die Künstler aufgenommen, die nach dem natürlichen Aussehen die bildliche Wiedergabe gestalten konnten (Schöny, Anton Bruckner im zeitgenössi schen Bildnis, in: Kunstjahrbuch Linz 1968, S. 77, Nr. P 3, mit Anführung von sechs Büsten und ver schiedenen Reliefs). Auch die neue Bearbeitung dieses für Forster so wichtigen Themas kann daran nicht vorbeigehen: Renate Grasberger führt das Gipsmodell im Heimathaus Vöcklabruck und die Marmorbüste im Bruckner-Konservatorium an, bringt aber wie einen Nachtrag die Bilder von der Graböffnung mit dem Bericht, den Forster im Mitteilungsblatt der Internationalen BrucknerGesellschaft 1972, Nr. 3, gegeben hat (Grasberger, Bruckner-Ikonographie 1: Um 1854 bis 1924 [An ton Bruckner, Dokumente und Studien 7], Graz 1990, S. 201, Nr. 143 a/b, und S. 221, Nr. 186a/b). Feichtinger hat sich schon zum 90. Geburtstag des Bildhauers mit dem Thema befaßt (OÖ. Heimat blätter 41, 1987, S. 354-360), jetzt kann er im Werkverzeichnis über sechzig Nummern mit Bruckner-Darstellungen anführen, 17 BrucknerBüsten, Reliefs und Plaketten sind abgebildet. Neben dem Thema „Bruckner" sind hervor zuheben: das Hessen-Denkmal für Linz von 1928, eine expressionistische Gestaltung, wohl das „mo dernste", was Forster geschaffen hat, das HittmairDenkmal von 1932, die Büsten von Brenner (Krankenhaus) und Zibermayr (Landesarchiv), das Rudigier-Denkmal im Neuen Dom von 1953, die Reliefs von Schnopfhagen und Hauser, ferner an religiösen Themen der monumentale Kreuz weg im Neuen Dom (1947-1960), die Evangelisten am dortigen Hauptportal (1936/38) u.a. (verzeich net bei Justus Schmidt, Die Linzer Kirchen, OKT 36, 1964). Auf die Glockenreliefs und damit die wichtige Mitarbeit Forsters in der Gießerei in St. Florian hat schon Florian Oberchristi, Glokkenkunde der Diözese Linz, Linz 1941, S. 691, hin gewiesen. Feichtinger hebt die „konstante Beharr lichkeit Forsters im Bereich der realistischen Dar stellung des Menschenbildes in der Plastik" her vor (S. 6), er spart nicht mit offenen und versteck ten Anspielungen gegen zu starke Förderung „moderner" Kunst von kirchlicher und profaner
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