OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

bung der Kunstdiskussion speziell im Lande Oberösterreich auf. In seinem künstlerischen Werk wurde die malerische Auseinanderset zung mit den Erscheinungsformen des Gegenstandes im wechselnden Natur licht zu seinem großen Anliegen. Ob es sich nun um die Bildthemen Landschaft, Frauenakt, Blumenstilleben, Porträt oder vereinzelt auch Genreszenen handelt, stets machte Anton Lutz das Licht zum Hauptthema seiner Bilder. Dieser Schwerpunkt findet sich als Konstante in seinem gesamten künstlerischen Werk: Ausgehend von einer intensiven Be schäftigung mit der Landschaftsmalerei, hier vor allem geprägt durch die Tradi tion der Münchner Landschaftsmalerei, entwickelte Anton Lutz zu Beginn der zwanziger Jahre seine individuelle künst lerische Sprache, die sich weder mit den Begriffen Impressionismus und Plenai rismus, noch mit einem ausschließlich an der Gegenstandsschilderung orien tierten Realismus eingrenzen läßt. Seine Malerei zielte auf die ästhetische Essenz der Erscheinung, die sich für den Künst ler im Wirken des Naturlichtes manife stierte. Die große Konsequenz in seiner künstlerischen Weiterentwicklung stellte sich vor allem im hohen Alter heraus, als er sich beinah SOjährig in intensiver Weise einer für ihn neuen Technik, dem Aquarell, zuwandte und hier innerhalb kürzester Zeit höchst qualitätsvolle Er gebnisse erzielen konnte, die in keiner Weise den Arbeiten seiner über Jahr zehnte hindurch gepflegten Ölmalerei nachstanden. Die Worte, die Wilhelm Jenny beim Katalogtext über die Ausstellung Anton Lutz im OÖ. Landesmuseum 1954 be schrieb, bezeichnen die Persönlichkeit und das Werk von Anton Lutz wohl am intensivsten: „Anton Lutz ist Maler im ausgesprochensten Wortverstand. Sei nem vorzugsweise auf Licht und Farbe eingestellten künstlerischem Erleben ver mag nur die malerische Aussage zu ge nügen." Peter Assmann Im November erschien vom Autor dieses Beitrages ein gleichnamiges Werk (Peter Ass mann, Anton Lutz, Linz: OÖ. Landesverlag, 1992, 128 Seiten mit SW- und 40 Farbahh.), dem die beiden Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Verlages entnommen sind. Eine originelle bäuerliche „Haus-Chronik" aus Zwettl a. d. Rodl Aus der Pfarr- und Marktgemeinde Zwettl an der Rodl ist schon eine Anzahl bedeutender Persönlichkeiten hervorge gangen, z. B. vier Äbte des Stiftes Wilhering, nämlich Hilarius Sigmund (17091730), Johann IV. Bapt. Hinterhölzl (1734-1750), Johann V. Bapt. Hinterhölzl (1781-1801) und Dr. phil. KsR Dominik Nimmervoll (1977-1991), ferner 14 wei tere Priester, darunter der theologische Schriftsteller Professor P. Robert Riepl (1826-1871) und mehrere in weltlicher Beziehung besonders bekannt gewor dene Zwettler: als Volkswirtschaftler, Weltreisender und Freund des Erzher zog-Thronfolgers Franz Ferdinand d'Este der Grießmüller Josef Penn (1835-1914; 1870-1897 Bürgermeister von Zwettl), der Bundesrat Anton Schwarz (18971919 Bürgermeister) und schließlich der kultur- und heimatgeschichtlich inter essierte ehemalige Gemeindebewohner

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