Weihnachtsbäume, und in Straßburg standen schon in den Stuben Weih nachtsbäume mit Lichtern, Papierrosen, Oblaten und Äpfeln. Die Rechnungen der Linzer Stadtpfarre von 1675 bis 1752 nennen Ausgaben für die Krippe und für den „Krippelbaum" oder „Baum an dem Krippl". Die Einführung des Weihnachtsbau mes in Privathäusern war in Österreich zunächst auf die Kreise des Adels und des Bürgertums beschränkt und setzt ei gentlich erst nach 1800 ein.^ So stand 1816 in der Wohnung der Prinzessin Llenriette von Nassau, der Gemahlin Erzherzog Karls, des Siegers von Aspern, ein Christbaum in ihrer Wiener Wohnung. 1823 erlebte der steirische Erzherzog Johann, der Neffe Karls, in der Albertina die erste offizielle Aufstellung eines Christbaums. Ab 1821 gab es schließlich Weihnachtsbäume für Kinder auf den Wiener Krippen- und Christkindlmärkten. In Linz stellte der Stadtsyndikus An ton Freiherr von Spaun im Jahre 1818 den ersten Christbaum in seinem Hause auf. Aus dem Jahre 1843 bietet uns aus Ried im Innkreis das Weihnachtsbild der Familie Rapolter mit Christbaum eine anschauliche Darstellung des ge schmückten Baumes. Stamm wächst der stilisierte Christ baum, versehen mit dem Auge Gottes und verziert mit Äpfeln, Lichtern und Buschen. Pauckner verweist auf den Symbolgehalt des Baumes mit der Be schriftung „Andenken in Christtag Er schaffung und Erlösung". Wann Pauck ner diese Zeichnung angefertigt hat, ist nicht verzeichnet. Sicher entstand die Zeichnung vor 1848. Denn die Reiche nauer Kirchenrechnungen vermerken 1850 die Ausbesserung und Aufstellung der Krippe sowie die Errichtung eines Krippenkastens. Doch Franz Duscher, Pfarrer von Reichenau (1848-1862), hatte 1848 auch schon in der Pfarrkirche einen geschmückten Christbaum aufstel len lassen. In einer von Pauckner unter fertigten Quittung vom 28. Februar 1851 ist „Für Außbescherung und auszührung (Zier) samt dem Kristbaum von diese trey Jahren (1848-1850) 3 Gulden 15 Kreuzer verrechnet worden". Mit dieser Christbaumzeichnung und Christbaumverrechnung ist ein neuer Beitrag für die Christbaumfor schung in Oberösterreich erbracht. In manchen ländlichen Gemeinden dauerte es freilich oft noch Jahrzehnte, bis auch in der Bauernstube ein Lichterbaum er strahlte. Rudolf Ardelt (t) Doch auch auf dem Lande hielt der Christbaum seinen Einzug in den bäuer lichen Stuben und auch in der Kirche. Vom ersten Christbaum in Reichenau im Mühlkreis ist uns eine Bleistiftzeichnung des Reichenauer Tischlers und Bauern möbelmalers Johann Pauckner^ (17931858) erhalten. Aus einem mächtigen Vgl Richard Wolfram; Christbaum - Zeit der Einführung; in: Österreichischer Volkskunde atlas, 2. Lieferung (1965), Blatt 28 und Kom mentar. R. Ardelt: Johann Pauckner. Bauernmöbeltisch ler zu Reichenau i. M.; in: OÖ. Jahrbuch d. Mu sealvereins, Bd. 123/1 (1978), S. 195 ff.
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