Ärger hatte Lugstein noch mit dem früheren Gleinker Wirtschafter Matthäus Eschlböck, der während der Jahre 1933 bis 1939 für den Ankauf von landwirtschaft lichen Maschinen für den Meierhof einen Betrag von RM 2.944,41 vorgeschossen hatte, da der Bischof damals nicht in der Lage gewesen war, für die Kosten aufzu kommen. Als der Reichsstatthalter August Eigruber das Gut Gleink übernahm, wurde Eschlböck nur ein Betrag von RM 1.500,- ausbezahlt, weil die Maschinen ja schon abgenützt waren. Eschlböck forderte nun vom bischöflichen Ordinariat den Restbetrag von RM 1.444,41. Lugstein als Vertreter des bischöflichen Ordinariates wandte sich an die Güterdirektion Oberdonau und lehnte die Forderung mit der Begründung ab, daß ja die entsprechenden Verhandlungen sowohl mit der Gau selbstverwaltung als auch mit dem Verwalter Eschlböck längst abgeschlossen wor den seien.Während des Zusammenbruchs im Mai 1945 blieben die bischöflichen Dotationsgüter von Plünderungen verschont.^® Nach der Befreiung durch die alliierten Truppen 1945 übernahm der öster reichische Staat die Besitzungen des ehemaligen Deutschen Reiches"^ und damit auch das bischöfliche Dotationsgut Garsten. Die Oberaufsicht über das Gut führte der Landwirtschaftliche Treuhandverband in Linz, Graben 9/II, mit Ing. Paul Wuinovic (Steyr) als Außenbetreuer. Dieser mußte den Hof von Zeit zu Zeit besuchen und die Wirtschaftsführung überwachen. Das Bistum Linz blieb aber weiterhin Pächter des Hofes, Kanonikus Josef Lugstein sein ehrenamtlicher, auch vom Treuhandver band dazu bestellter Verwalter. Laut Grundbesitzbogen gehörten 1946 zum Gutshof Garsten 47 ha 95 a, davon waren 3 ha verpachtet. Die Bilanz des bischöflichen Mei erhofes über das Kalenderjahr 1947 weist eine Gesamtgröße von 47,9127 Hektar auf, die landwirtschaftlich zur Gänze genützt wurde. Die selbstbewirtschaftete Fläche teilte sich auf in Ackerland, Wiesen und Weiden.^^ DAL, CA/10, Sch. 70, Fase. Ulla, 3, DotaKonsgüter, Religionsfondsvermögen 1940-1945, Brief der Güterdirektion des Reichsgaues Oberdonau an B.C.L. (Linz, 22. Februar 1943); Durchschlag eines Briefes des B. O, L. an Güterdirektion in Linz (Linz, 6. März 1943). DAL, CA/11, Sch. 66, Fase. II, Bistum und Konsistorium Ulla, Bistum, Bischöfliche Dotationsgüter Garsten und Gleink, 1946, 1947-1961, Brief des Landeshauptmannes von Oberösterreich (Landwirt schaftskammer, Landesernährungsamt Abt. A., LEA-A-I B 5 - 134/B/46) an die Verwaltungskanzlei von Bischof Fließer (Linz, 11. Jänner 1946). ■" E. Weinzierl - K. Skalnik (flg.), Österreich. Die Zweite Republik, Bd. 1, Graz - Wien - Köln 1972, 421-423. " DAL, CA/11, Sch. 66, Fase. II, Bistum und Konsistorium Ulla, Bischöfliche Dotationsgüter GarstenGleink, 1946, 1947-1961: Landwirtschaftliche Betriebskarte, Bundesministerium für Land- und Forst wirtschaft (ZI. 11.518-II/5/46, Juli 1946); Durchschlag eines Briefes Lugsteins an Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Linz, 25. Juli 1946); Brief des Bundesministeriums für Land- und Forst wirtschaft an Lugstein (Wien, 22. September 1951). Zur Gesamtfläche des Meierhofes vgl. ebd., Bilanz des bischöflichen Meierhofes, Garsten 47, über das Kalenderjahr 1954 vom 31. Dezember 1954. An Getreide wurden auf dem Gutshof Garsten angebaut: Winterroggen, Winterweizen, Sommerwei zen und Hafer; an Hackfrüchten: Spätkartoffeln, Zuckerrüben und Futterrüben; an Ölfrüchten: Raps; an Futterpflanzen: Klee. Der Viehbestand setzte sich zusammen aus: 4 Zugpferden, 1 Zuchtstier, 24 Milchkühen, 1 Fohlen, 4 Kalbinnen, 1 Zuchteber, 3 Zuchtsauen, 2 Jungschweinen, 5 Saugferkel, 3 Mastschweinen, 2 Jungschafen und 25 Hühnern.
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