Dieser Glücksfall traf auch für den vor 60 Jahren am 5. November in Ober gallsbach, Gemeinde Prambachkirchen, gefallenen Meteoriten zu; ja die sich über weite Gebiete Österreichs, Süddeutschlands und Südböhmens erstreckenden Beob achtungen haben zusammen mit der geradezu schulbeispielhaft gestalteten Oberflä che des Objektes die Rekonstruktion der Flugbahn ermöglicht. In vorbildlicher Weise hat der damalige Kustos für die erdwissenschaftlichen Sammlungen im OO. Landesmuseum, Dr. Josef Schadler, dieses Ereignis erforscht und zusammen mit entsprechenden Fachleuten dokumentiert (1933 und 1935). Sei ner Aktivität ist es auch zu danken, daß dieses einmalige Objekt für das OÖ. Lan desmuseum angekauft werden konnte und so dem Lande erhalten blieb. Nur wenige Meteoritenfälle konnten bisher auf der kleinen Fläche des heuti gen österreichischen Staatsgebietes durch den Fund der Objekte sicher nachgewie sen werden (A. Tollmann, 1986). Am ehesten ist der Fall von Lanzenkirchen bei Wiener Neustadt (NÖ.) vom 28. August 1925 um 19.25 Uhr mit Prambachkirchen vergleichbar, wo ein 5 kg schweres Objekt niederfiel und geborgen werden konnte, zu dem sich wenige Monate später noch ein abgesplittertes Stück von 2 kg fand. Die Funde gingen an das Naturhistorische Museum in Wien, das über eine umfangrei che Meteoritensammlung aus aller Welt verfügt. Der am 20. November 1768 um 16.00 Uhr in Mauerkirchen gefallene Meteo rit mit einem Gewicht von etwa 17 kg wurde, den damaligen Gepflogenheiten ent sprechend, aufgeteilt. Nachdem damals das Innviertel mit dem Fundort Mauerkir chen noch zu Bayern gehörte, ging der größte Teil davon nach München, einen wei teren erhielt u. a. das Naturhistorische Museum in Wien, und nur ein kleiner Splitter von 1,6 g befindet sich am OO. Landesmuseum. In Wien wird ferner ein kleines Stück von 5 g verwahrt, das 1877 in Mühlau bei Innsbruck gefunden wurde, ohne den Zeitpunkt seines Einfallens zu kennen. Schließlich gelang im September 1977 bei geologischen Kartierungen süd östlich von Ybbsitz ein weiterer Fund eines 14,6 kg schweren Meteoriten, der nach eingehenden Untersuchungen ebenfalls am Naturhistorischen Museum blieb. Tollmann erwähnt weitere wahrscheinliche Einfälle, so 1618 in der Oststeier mark, 1849 bei Klagenfurt, 1905 bei Minichhof im Burgenland und weist außerdem auf nicht weiter geklärte Lichterscheinungen hin, die auf Meteoriteneinfälle zurück geführt werden könnten. Ergänzend dazu sollen hier auch die beiden in diesem Jahr im Räume Linz beobachteten Lichtphänomene erwähnt werden, von denen aber bisher unbekannt blieb, ob dabei tatsächlich außerirdische Materie die Erdoberfläche erreicht hat. Der Erscheinung vom 17. Jänner 1992 um 22.12 Uhr liegen siebzig bis achtzig verwert bare Meldungen zugrunde, wonach es sich um einen Kometen gehandelt haben soll. Die Beobachtungen bedürfen noch einer weiteren Bearbeitung (mündliche Mittei lung Dr. Gruber, OÖ. Landesmuseum). Nur kurz wies eine Meldung des ORF vom 24. August 1992 auf ein ähnliches Ereignis hin. Eine Augenzeugin hatte am 22. August 1992 zwischen 21 und 22 Uhr nordöstlich von Linz eine „Leuchtkugel mit Schweif" beobachtet.
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