OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

jedoch, daß der Kaufschilling zugunsten des Dotationsgutes freigegeben wurde. Der Meierhof in Gleink war nämlich damals bereits mit S 36.000,- verschuldet, weshalb die Wirtschaft möglichst rationell geführt werden mußte. Das hieß u. a. auch, daß eine optimale Nutzung aller Erträge nötig wurde. Nun waren damals zwölf Joch Zuckerrüben angebaut worden; deren Blätter konnten aber nur dann eine entspre chende Verwertung als Futter für die 50 Rinder finden, wenn mehrere Futtersilos für die Konservierung zur Verfügung standen, die also gebaut werden mußten. Außer dem drängte Lugstein den Bischof, die Düngerstätte und die Jauchengrube zu erneuern. Das Gut in Gleink entsprach wegen seines Alters nicht mehr den Anforde rungen einer zweckmäßigen Bewirtschaftung und war auch deshalb schon seit meh reren Jahren defizitär. Mit dem freigegebenen Kaufschilling konnten die nötigen Neuerungen durchgeführt werden.' Als 1928 für eine Siedlung eine Wasserleitung durch die Gründe des Meier hofes Gleink gelegt worden war, hatte Administrator Scherrer leider nur eine münd liche Vereinbarung getroffen. Lugstein beeilte sich nun (1936), ein rechtsgültiges schriftliches Ubereinkommen mit der Wassergemeinschaft zu schließen, und zwar in der Weise, daß damals erforderliche dringende Grabungen auf das notwendige Maß beschränkt und nur nach Verständigung des Wirtschafters durchgeführt werden dürften; für jeden Längsmeter der Grabung waren 50 Groschen zu bezahlen." Grundnachbar des bischöflichen Meierhofs in Garsten war Josef Angerer, der Besitzer des Gutes „Mair in der Grub"; dessen Sohn war Wirtschafter am bischöflichen Meierhof. Bei dringenden Arbeiten im Sommer half ihm sein Vater unentgeltlich mit seinen Knechten und Mägden und stand ihm auch sonst mit Rat und Tat zur Seite. Nun benötigte Angerer für seine Wirtschaft dringend Wasser aus dem bischöflichen Meierhof, das ohnedies ungenützt abfloß. Mit Zustimmung des Bischofs gewährte Lugstein 1936 den Wasserbezug, was durch ein schriftliches Ubereinkommen bestätigt wurde." Am 10. Juni 1938 war Pfarrer Johann B. Heuberger" von Losenstein, einer ehemals dem Stift Garsten inkorporierten Pfarre, gestorben. Nun mußte Lugstein den Bauzustand des Pfarrhofes und der Kirche erheben, um feststellen zu können, welche Renovierungen noch auf Kosten der Erben des Pfarrers gehen sollten.^^ DAL, CA/10, Sch. 70, Fase. Il/la, 2, Bischöfliche Dotationsgüter und Religionsfondsvermögen 19251938, Durchschlag eines Briefes von Bischof J. M. Gföllner an OO. Landeshauptmannschaft (Linz, 25. Mai 1935); ebd., Brief der OÖ. Landeshauptmannschaft an B.O. L., D/8 ZI. 3143/9 (Linz, 27. Sep tember 1935). Ebd., Durchschlag eines Briefes von Lugstein an Bäckermeister Fritz (nur dieser Name) in Gleink (Linz, 18. Mai 1936). Ebd., Brief Lugsteins an B. O. L. (Linz, 19. Februar 1936); Gewährung der Erlaubnis durch Bischof Gföllner auf der Rückseite des Schreibens; ebd.. Durchschlag eines Briefes Lugsteins an B. O. L. (Linz, 5. Jänner 1937). ■ Johann B. Heuberger, geb. 2. Juli 1866 in Weyer, ord. 11. November 1888, gest. 10. Juni 1938 in Losen stein, Pfarrer von Losenstein 1924-1938. DAL, CA/10, Sch. 70, Fase. JJ/la, 2, Bischöfliche Dotationsgüter und Religionsfondsgüter 1925-1938, Zusammenstellung der Patronatslasten der bischöflichen Dotation 1923-1926; ebd.. Durchschlag ei nes Briefes Lugsteins an Bezirkshauptmannschaft Steyr (Linz, 26. August 1938).

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