OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

Die Bischöfe ließen von Anfang an ihre Güter von einem Administrator ver walten. Unter Bischof Johannes Maria Gföllner (1915-1941) versah dieses Amt zuerst Monsignore Josef Scherrer.^ Am 1. Jänner 1934 übertrug dann der Bischof Josef Lugstein die Administration.' Zu den Mensalgütern in Garsten zählten damals der Meierhof in Garsten Nr. 47, vulgo „Mair in der Wimm", und das „Wittiglbergergut" in Garsten Nr. 36 (Bertholdhof). Diese Höfe waren 1928 gegen den ursprüngli chen Meierhof, in dem sich dann die Genossenschaftsmolkerei Garsten etablierte, eingetauscht worden. Ihre Gesamtfläche betrug 43 ha 86 a 91 m^. Den Tausch hatte Bürgermeister Josef Lenzenweger' vermittelt. Der „neue Meierhof" war ein Vierkan ter. Zum landwirtschaftlichen Betrieb gehörten ein Pferdestall, zwei Kuhställe und ein Schweinestall. Wegen der in größerem Umfang betriebenen Schweinezucht nannten die Umwohner den Hof „Saubaron". Der Schafstall wurde nicht mehr für seinen ursprünglichen Zweck benützt, während ein Geflügelstall noch voll mit Federvieh war. Im Hauptgebäude befanden sich noch ein Milchkühlhaus und zwei Schüttböden. Die nötigen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte waren in einem Maschinenschuppen untergebracht. In der Nähe des Hofes lag auch eine Schottergrube, die jedoch von verschiedenen Baufirmen genützt wurde, wofür sie einen Schotterpreis entrichteten. Der kleinere „Bertholdhof" ergänzte die Dotation in Garsten.^ ' Diözesanarchiv Linz, Consistorialakten (DAL, CA) 10, Sch. 70, Fase. Il/la, 2, Bischöfliche Dotations güter und Religionsfondsgüter 1925-38, Durchschlag eines Briefes des Bischöflichen Ordinariats Linz (B. O. L.) an J. Scherrer (Linz, 3. Dezember 1930); ebd. Durchschlag eines Briefes Lugsteins an J. Scherrer (Linz, 26. November 1932); ebd., Durchschlag eines Briefes von Bischof Gföllner an die Finanzprokuratur in Wien (Gleink, 24. Jänner 1930). Josef Scherrer, geb. 10. März 1871 in Esternberg, ord. 29. Juli 1894, gest. 24. Mai 1948 in Esternberg; Professor am Kollegium Petrinum 1900-1938; Administrator der bischöflichen Dotationsgüter 19231933; Verwalter des Kollegium Petrinum 1903-1938. ' DAL, Pers. A Josef Lugstein, Sch. 36, L 64, Gesuch Lugsteins um Kanonikat an Bischof, Linz, 11. Fe bruar 1936. ' Josef Lenzenweger, geb. 21. Mai 1883 in Weißenkirchen im Attergau, gest. 4. Mai 1949 in Garsten, Bürgermeister von Garsten 1923-1938, 1945-1948. ' DAL, CA/10, Sch. 70, Fase. Ulla, 3a, Dotationsgüter, Religionsfondsvermögen 1940-1945, Durch schlag eines Briefes des B. O. L. an Institut für kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft in Breslau (Linz, 18. September 1940); ebd., Brief von Josef Radner an J. Lugstein mit Aufstellung über Viehbe stand in Garsten (Garsten, 24. Oktober 1941); ebd.. Durchschlag eines Briefes J. Lugsteins an die Kreisfachwartschaft landwirtschaftlicher Angestellter in Ternberg (Linz, 12. Juni 1943); ebd., Nieder schrift über Verhandlung zur Erwerbung des Bertholdhofes in Garsten als Ersatzhof für J. Gruber in Haidershofen Nr. 15; ebd., Konzept eines Briefes des B. O. L. an Postdirektion Steyr-Militär-Gouvernement (Linz, 5. Juli 1945). DAL, CA/10, Sch. 70, Fase. II, Bistum und Konsistorium Ulla, Konzept eines Schreibens des B. O. L. an Landesgericht Linz und Amtsgericht Steyr (Linz, 21. Oktober 1939); ebd. Aufstellung über die bei den Meierhöfe in Gleink und Garsten vom 1. Juni 1935. DAL, CA/11, Sch. 66, Fase. II, Bistum und Konsistorium Ulla, Bistum, Bischöfliche Dotationsgüter Garsten und Gleink 1946, 1947-1961, landwirtschaftliche Betriebskarte Juli 1946, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft ZI. 11.518-II/5/46; ebd.. Durchschlag eines Berichtes an Bundesministe rium für Land- und Forstwirtschaft in Wien von Lugstein (Linz, 6. Juni 1946). Realschematismus sämtlicher Pfarren der Diözese Linz, Linz 1930, 5.

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