OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

Josef Lugstein als Administrator der Dotationsgüter des Bischofs von Linz Von Kriemhild Pangerl Von 1934 bis 1953, also fast zwanzig Jahre lang, verwaltete Josef Lugstein die Dotationsgüter des Bischofs von Linz. Es war eine bewegte Zeit, in der Lugstein sei ner Aufgabe mit großer Umsicht und Treue nachkam. Bevor darauf eingegangen wird, sei Lugstein knapp vorgestellt^ im Anschluß daran soll die Frage der Dotation kurz behandelt werden. Josef Lugstein Am 10. März 1891 wurde Josef Lugstein als ältestes Kind des Ehepaares Franz und Franziska Lugstein, Besitzer des Bauerngutes „Huber am Berg", Gemeinde Frankenmarkt, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule kam Josef 1902 in das bischöfliche Knabenseminar Kollegium Petrinum, wo er 1910 maturierte. Im Herbst dieses Jahres trat er in das Priesterseminar ein. Am 26. Juli 1914 wurde er zum Prie ster geweiht. Seine Tätigkeit als Kaplan führte ihn zuerst nach Altmünster (1914) und dann nach Waizenkirchen (1916), wo er auch für kurze Zeit die Stelle eines Pro visors versah. 1922 wurde er als Kooperator an die Vorstadtpfarre Wels versetzt. Im Juli 1923 holte ihn Bischof Johannes M. Gföllner an das Ordinariat in Linz, schon zwei Jahre später (1925) ernannte er ihn zum Kanzleidirektor. 1934 ivurden ihm außerdem die Agenden der Verwaltung der bischöflichen Dotationsgüter übertra gen. 1936 nahm Bischof Gföllner Lugstein in das Domkapitel auf und verlieh ihm das Marianische Kanonikat. In der Folge wirkte Lugstein auch als Advokat und Pro kurator des Kirchlichen Diözesangerichtes. Als 1940 ein Kanonikat „kaiserlicher Stiftung" frei wurde, rückte Lugstein auf dieses nach. 1952 verlieh ihm Papst Pius XU. die Dignitärstelle des Domscholasters. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Bischof Josephus C. Fließer ein Komitee gegründet, das sich um die Rückstellung des von den Nationalsozialisten eingezo genen kirchlichen Vermögens bemühen sollte. Lugstein fungierte in diesem Gre mium als Vertreter des Bischofs, und es gelang ihm, zahlreiche Servitutsrechte und entfremdete Objekte wieder in den Besitz der Kirche zurückzuführen. ' Vgl zu ihm K. Pangerl Josef Lugstein, in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 5 (1987/88), 149-172; R. Zinnhobler, Die General- und Kapitelsvikare des Bistums Linz, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1985, 561-583, hier 579 f.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2