nis hatte aber nachweislich katastrophale Folgen für den Fischbestand des Gewäs sers. Das war, als während des Baues der Autobahn der anfallende Abraum einfach in den See gekippt wurde. Nach Einsele (1963) handelte es sich um eine Million Kubikmeter, Abel (pers. Mitt.) gibt die Menge mit 1,5 Millionen Kubikmeter an. Doch mehr noch: Damit das tonig-lehmige Erdmaterial aus den Lastwagen leichter in den See rutschen sollte, hat man die Ladeflächen mit Altöl geschmiert. Das ver seuchte den See derart, daß es dreimal zu Fischsterben kam. Die weitere Wirkung dieses Vorgehens war von verschiedener Art. Die kolloidalen Anteile dieses LehmTon-Gemisches verteilten sich mit dem Wind und der Wasserströmung sofort im ganzen See. Sie trübten das Wasser und verringerten die Sichttiefe für lange Zeit. Die spezifisch schweren Anteile sedimentierten und bildeten auf der gesamten Bodenfläche eine weiche, schlammige Schicht, die auch die Laichplätze der Saib linge unbrauchbar machte, denn der Laich braucht frisches, klares Wasser und hat im Schlamm keine Möglichkeit, sich zu entwickeln. Früher wurden diese Laichplätze für den Saibling alljährlich hergerichtet. Da brachte man mit Ochsenkarren den roten Schotter von der Kienbergwand auf soge nannten Plätten, Flößen, zu den Laichplätzen und trug ihn auf die gereinigte Seeflä che auf. Der Saibling hat diese Stellen stets angenommen. Sein Bestand im See war stabil und ertragreich bis zu seinem Rückgang in den fünfziger Jahren, wonach er sich nicht wieder erholt hat. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurden weitere Veränderungen am See durchgeführt, deren negative Folgen auf die natürliche Beschaffenheit des Gewässers nicht wiedergutzumachen sind. Es handelt sich um die Verbauung des Ufers zum Zwecke seiner Sicherung. Der oben genannte Bau der Bundesstraße war daran ebenso beteiligt wie die Bautätigkeit auf den privaten Ufergrundstücken. Durch beides wurde der See nahezu vollständig in den Würgegriff genommen. Die ursprünglich seicht auslaufende Uferlinie wurde durch senkrechtes Mauerwerk oder Steinpackungen blockiert, in denen sich kein Brütling und kein erwachsener Fisch aufhalten kann und mag. Der Schilfgürtel, der ehemals auf großen Strecken eine Breite von bis zu fünfzig Metern erreichte, ist zu wenigen Resten zurückgedrängt. Seit 1965 wird seine weitgehende Zerstörung beobachtet, und im Fanggebiet von Fischer Wesenauer ist das Schilf zu annähernd hundert Prozent verschwunden. Im südlichen Teil des Sees, dort, wo Fischer Reicht sein Revier hat, sind von dem ehe mals zirka vierzig Meter breiten Gürtel nur noch kleine Reste vorhanden. Und Fischer Plötzenhuber klagt: „Wir haben so einen schönen Schilfgürtel gehabt!" Das bedeutet, daß rings entlang des Seeufers den Fischen ein wesentlicher Teil ihres Lebensraumes unwiederbringlich zerstört ist. Das gleiche gilt für die Zeller Ache, die derart verbaut ist, daß kein Fisch für sein Laichgeschäft mehr als 800 m aufsteigen kann. Zwar wird versucht, die so entstandene Beeinträchtigung des natürlichen Bestandes durch künstlichen Besatz zu kompensieren, aber auf die Frage nach dem Erfolg dieser Maßnahmen kann zur Zeit keine bejahende Antwort gege ben werden. Statistisch ist jedenfalls kein Zusammenhang zwischen Einsatz und Ausfang (Nauwerck, A., 1989) erkennbar. Dieser Tatbestand hängt auch davon ab.
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