OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

„Mischmasch", in dessen Verlauf sich die Verhaltensweisen der Tiere vermischen. Das erschwert dem Fischer die Arbeit. Wenngleich zu beobachten ist, daß die Maräne sich in ihrem Fortpflanzungsverhalten den Reinanken angleicht, so scheint doch das instinktive Verhalten der künstlich erbrüteten Fische gestört. Das zwingt zu der Einsicht, daß der künstliche Besatz eines Gewässers nicht einfach zu einer Wiederherstellung der natürlichen Population führt. Gleiche Beobachtungen gelten für andere Fische, die zum Besatz des Mond sees erbrütet werden: Die Laichzeiten sind verändert und die ursprünglichen Laich plätze werden nicht mehr aufgesucht. Das gilt nicht nur für die Reinanken/Maränen, sondern auch für den Hecht, weniger für die Seeforelle, wenngleich auch deren Ver halten gestört scheint. Was den Aal angeht, so hat man ihn - obgleich er nicht der natürlichen Fischfauna des Mondsees angehört - ebenfalls für den Besatz genommen. Aus schlaggebend dafür waren die geringen Kosten für die Brut und das starke Interesse der Sportfischer. Die Erfahrung zeigt jedoch, daß dieser Fisch als Laichräuber auf den übrigen Bestand an Fischen einen verheerenden Einfluß hat. Er folgt den Fisch schwärmen bis in die Bäche hinauf. Und wo sich Fische zum Laichen versammeln, da ist der Aal gegenwärtig und frißt sich am Laich satt. Wegen dieser Schadwirkung hat man seit zirka zehn Jahren gänzlich aufgehört, den Mondsee mit Aalen zu beset zen. Jedoch wandert er immer wieder vom Irrsee nach, weil dieses Gewässer (als ein ziges im Salzkammergut) noch immer mit Aalen besetzt wird (14 bis 23 Aale pro Hektar entsprechen 5.000 bis 8.000 Stück im See). Wandel in den Fangmethoden Im Verlauf der Technisierung ehemaliger Handarbeiten (maschinelle Herstel lung von Netzen), Materialveränderungen (Kunstfaser statt Baumwolle und Hanf) und auch des Wandels auf dem Arbeitsmarkt (selbständiger Erwerb wird aufgege ben zugunsten der Fabriksarbeit) vollzog sich auch in der Fischerei eine tiefgreifende Veränderung. Arbeitskräfte waren abgewandert und die weiterhin berufsausüben den Fischer mußten die Arbeit alleine bewältigen. Dieser Tatbestand zwang die Fischer dazu, die arbeitsintensive Zugnetzfi scherei aufzugeben und der Stellnetzfischerei den Vorzug zu lassen, denn diese ist leichter zu handhaben. Auch kam in den fünfziger Jahren das feinfädige, monofile Polyamidgarn in Gebrauch. Dessen Fadenstärke betrug lediglich 0,2 mm. Die Netze waren jetzt von viel geringerem Gewicht als früher. Diese Kunstfaser hatte aber den Nachteil, daß der Faden steif war und dadurch seine Fängigkeit gering blieb. Als man dann dazu überging, monofiles Perlon mit Fadenstärken von 0,12, 0,15, 0,17 mm zu verwenden, da stiegen die Fangquoten um das Dreifache, da erreichte der Jahresertrag an Saibling fünf bis sechs Tonnen. Die Zugnetzfischerei hatte schnell ihre Anwendung verloren. Heute wird sie im Mondsee gar nicht mehr betrieben. Mit ihrem Aussterben ist auch die Kunst des

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