Fischer und Fischerei am Mondsee - ein Bericht aus Erfahrungen Von Barbara Ritterbusch-Nauwerck Geschichte der Fischerei Seit Jahrtausenden ist das Ufer des Mondsees besiedelt. Reiche Funde aus prähistorischen Zeiten (ca. 3000 v. Chr.) zeugen von seßhafter Lebensweise der Bewohner, die sich in Pfahlbauten rund um den See ansiedelten. Für sie war der Fisch eine sichere Nahrungsquelle. Direkte Belege aus ieser Zeit deuten auf den Verzehr von fiecht und FFuchen (Wolff, F., 1977). Vermutlich sind noch andere Fischarten gefangen wor den, können aber wegen ihrer geringen Haltbarkeit nicht nachgewiesen werden. Für die Fischerei gelten heute wie damals die gleichen Voraussetzungen. Es sind zum einen die natürlichen Gegebenheiten des Sees, wie: - Ein großes Einzugsgebiet (274 km^) mit dem Fuschl- und Zeller See als Vorwärm becken geben dem Wasser ein relativ hohes Temperaturniveau (max. Sommer temperatur: 24 °C), wodurch das Wachstum der Fische begünshgt wird. - Die Anzahl der zufließenden Bäche (18) und Achen (3) und ihre Wasserführung haben vielfältige Uferformationen entstehen lassen, die eine reiche Ausbildung an Fischarten und -individuen ermöglichte. Zum anderen ist es die Art und Weise, wie die Fischer den natürlichen Fisch reichtum des Mondsees untereinander aufteilen. So werden heute von den 18 einge tragenen Fischrechten noch acht als Nebenerwerb ausgeübt. Von der Arbeit dieser Fischer, ihren Erfahrungen und Beobachtungen will dieser Bericht melden. Er beginnt zirka mit dem Jahre 1925 und ist zusammengetra gen aus Interviews, die die Fischer Wesenauer, Reicht, Flötzeneder, Daxner, Abel und Strobl gegeben haben. Hinzugefügt sind die Erinnerungen von Frau Maria Wiener, die in den Jahren 1919 bis 1933 ihrem Vater, dem Faulbauern, bei der Ausübung des Fischfanges half. Sie ist eine der ganz wenigen Frauen, die als Fischerin am Mondsee gearbeitet hat. Die Ausübung der Fischerei, ihr jahreszeitlicher Ablauf und die einzelnen Berechtigungen sind durch eine Fischereiordnung geregelt. Sie legt auch die Fang gründe fest, die für den Mondsee folgende Teilgebiete ausweisen. Fischarten Früher, bis etwa zum Ende des Zweiten Weltkrieges, gab es im Mondsee eine reichere Fischfauna als heute. Nach Wesenauer und Reicht waren die Arten: Barbe (Barbus barbus), Aitel (Squalius cephalus), Brachsen (Abramis brama), Ferlfisch
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