Kirchengestühl hervorgehoben und reserviert, wie zum Beispiel für die Brauherrnfamilie in Gundertshausen sowie in Aspach. Zudem hatten viele Familien eine eigene Kapelle, wie es im Innviertel in der Gebäudeteilung der großen Vierseithöfe üblich war. Dort wurden ehemals Taufen und Hochzeiten der Angehörigen abgehalten, und bei Fronleichnamsprozessionen war dort ein Altar geschmückt. In Altheim bei der Familie Raschhofer ist mir solch eine Kapelle noch bekannt, auch in Gundertshausen. „Hatte der erste Schnaitt der Ortschaft Gundertshausen um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts eine in neu gotischem Stil errichtete, gut ins Ortsbild gefügte geräumige Kapelle spendiert,.. Es ist dies eine Marienkapelle, deren Restaurierung im Oktober 1984 mit einem Kirchweihfest beendet war. Zum Zwecke der Restaurierung hatte man auch zwei Votivbilder entfernt, die direkt mit dem Leben im Brauhaus in Beziehung stehen. Das erste Bild zeigt einen im Weiher ertrinkenden Jungen, der Kellermeisterssohn der Brauerei, der neunjährig im Jahre 1914 ums Leben kam. Das zweite ist ein Dank bild für die Errettung der Brauerei bei einem Scheunenbrand im Jahre 1911. In der Armenseelenkapelle der Kirche von Altheim befindet sich ein Grab denkmal, das über die soziale Position einer Brauherrngattin und die ihr über den Tod nachfolgende Verehrung aussagt. „Ein kulturhistorisch interessantes Grabmal befindet sich seit (der Renovierung) 1975 in der Armenseelenkapelle. Ein Steinsarg mit Hochrelief einer Frau - Aufsatz aus weißlichem Marmor. Es ist ein Grabmal der Brauersgattin Maria Katharina Huber (t 1809), die in der Tracht ihrer Zeit mit Perl haube und Rokokokleid auf dem Sarge ruht. Der Kopf ist edel geformt, die zarten Hände halten Kreuz und Rosenkranz. Die Legende auf dem von breiten Voluten ein gefaßten Aufsatz lobt die Tugend und Religiosität der Entschlafenen."^^ Wir finden heute meist an Kirchenmauern Grabtafeln bürgerlicher Bier brauer aus dem viel verwendeten weißen Kalkstein des 19. Jahrhunderts, versehen mit dem obligaten Gewerbezeichen, dem Bottich mit Schaufel, Schapfel und Ger stenähren. In Obernberg und Altheim zum Beispiel haben sich kunstgeschichtlich interessante Stücke neben Tafeln anderer Gewerbetreibender des 19. Jahrhunderts erhalten. An der Kirchenmauer sind oft Nischen für die Grabstätten der Brauherrn der Ortschaft reserviert (z. B. Höhnhart). In einem Brief von 1875 berichtet ein Kirchen besucher aus Raab: „Ich stieg über die Stufen zur Kirche hinan und fand neben dem Oelberge das Epitaphium der Bräuersfamilie Peyrer und auch eine mit den Gliedern dieser Familie - darunter auch 32 Kindern - bemalte Tafel; das muß eine wohlha bende, aber auch eine kindergesegnete Familie gewesen sein ..." Solch ein Epitaph in einer Grabkapelle an der Kirchenmauer neben dem Eingang ist noch in St. Georgen im oberen Innviertel aus dem Jahre 1811 erhalten. Dieser in ländlicher Barockbau- " OÖN, Serie: Heimat, Deine Biere vom 27. 9. 1979. " S. Anm. 13, S. 107.
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