Elektriziiäi Eine wichtige innovatorische Leistung bei der Einführung des elektrischen Stromes im Innviertel vollbrachten die dortigen Brauherren. Die Brauerei Zipf war die einzige, in der technische Verbesserungen im Braubetrieb relativ früh für die Region, jedoch immer noch mit großen zeitlichen Verzögerungen zum Stadtgebiet, übernommen wurden. Pionierhaft nennt man heute den Bau der ersten elektrischen Industriebahn 1894 in Zipf, und sensationell die damit einsetzende frühzeitige Aus stattung des gesamten Betriebes mit elektrischem Strom. In den neunziger Jahren begann man in den Innviertier Städten mit der privaten Stromproduktion. 1898 in Braunau, damals bezog der Bräuer und Hotelier Strom für 14 Lampen, betrieb aber daneben bis etwa zur Jahrhundertwende am Stadtbach eine eigene Dynamoma schine, die eine Stromstärke von 25 Ampere lieferte.^'' Solch ein eigenes Wasser kraftwerk bestand in Höhnhart noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der maßgebliche Initiator für die Elektrifizierung kleiner Ortschaften war der jeweilige dort ansässige Brauherr. So heißt es aus dem oberen Innviertel aus Gundertshausen, wo der geschäftsgewandteste und kontaktreichste Bürger, eben der Brauherr, die Einleitung durch die Firma Stern & Hafferl veranlaßt hatte. 1923 gelang dem Brauherrn König aus Fillmannsbach der Anschluß an die Leitung in Gundertshausen. Es wurde eine „offene Handelsgesellschaft König und Gomp. mit Herrn König als Obmann gegründet, das Transformatorhaus neu gebaut.... Elektri sches Licht und Kraft wurden im ganzen Betriebe, Brauerei und Landwirtschaft, in Fillmannsbach eingebaut. Eine Anzahl von Besitzern schlössen sich an, Kirche, Pfarr hof und Schule wurden elektrisch beleuchtet, eine großartige Lichtfeier bildete am 20. Oktober 1923 den Höhepunkt des ganzen Werkes."^^ Oft ging die Einführung des elektrischen Stromes Hand in Hand mit ande ren Neuerungen, zum Beispiel der Errichtung einer Dampfzentrale in Linz für die Brauerei 1897. Dadurch konnte ein verbessertes Sieden mit Dampf erfolgen und man durfte stolz den Titel „Dampfbierbrauerei" tragen. Mittels Stroms konnte auch eine Kälteerzeugungsanlage in einer Brauerei betrieben werden, was 1904 aus dem Brauhaus der Freifrau von Handel, am Inn gelegen, gemeldet wurde. In den zwanziger Jahren war die Elektrifizierung der Braubetriebe des Innviertels bis in die kleineren Ortschaften abgeschlossen. Soziale Position und Funktion Der Brauherr hatte mit Hilfe obiger Innovationsvermittlung seine hohe gesellschaftliche Position in der jeweiligen Ortschaft, dem Markt, der Stadt sowie einer ganzen Region festigen können. Elisabeth Hirsch bestätigt in einem kulturge schichtlichen Hinweis ihrer Dissertation, daß Brauherren und Brauhausbesitzer Max Eitzimayr, Braunau einst. Braunau 1983, S. 109. S. Anm. 24, S. 13.
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