Zu jener Figur existiert eine Sage mit dem Namen: Der Bräuer von Ach. „Wenn man rechts von der Brücke bei Ach den Berg hinansteigt, kommt man zu einem Brauhause. Der Bräuer war ein gar wüster Mann, und wer ihm in der Däm merung begegnete, schlug erschrocken ein Kreuz, denn es hieß, der Bräuer wisse ein Mittel, um reich zu werden. Auch habe er sonst allerhand sonderbare Ansichten ff^ i 6eGR.i5ja « -V 1 Bierdeckel der ehemaligen Brauerei Friedl/Weinherger aus Ach an der Salzach. über den Wert des Menschenlebens, kurz, er war reich geworden, und niemand wußte, wie. Am großen Brauhause war er später aufgemalt, ein Kerl wie ein Eber, ein Nachkomme des Heinz von Stein, welcher Fangzähne trug. Das war zur Zeit der Franzosenkriege."^^ Hier finden wir einen Hinweis auf den Reichtum der Brauherren, wie für das Innviertel auch andernorts immer wieder bestätigt wird. Die finanziellen Mittel ermöglichten diesen Unternehmern eine Distanz zu den meisten Bewohnern der Umgebung, sie hielten eine höhere soziale Stellung über Jahrhunderte hinweg. Die soziale Position der Brauherren und ihr dynastisches Verhalten boten sich einer historischen Forschung an, die im nationalsozialistischen Sinn in einen biologischen Rassismus abglitt. Eine wahrhaft einzigartige Untersuchung in diesem negativen Sinne ist uns von L. Gschwendtner aus dem Jahre 1931 überliefert. Darin werden Körperteile vermessen, Rassenmerkmale daraus geformt und Unterschiede zwischen „dinarischem Merkmalsgepräge" im Gegensatz zur „ostischen Ausbil dung" abgeleitet. Die soziale Position wird mit den Erbanlagen erklärt.^® Die Position des Brauherrn ist in der Forschung - abgesehen von den eben erwähnten erschreckenden Irrungen - wie in der Realität charakterisiert durch ein Hervorheben der Familie. Das Anlegen von Ahnentafeln und Stammbäumen, die Rieder Heimatkunde. Heft 18, Ried 1932, S. 122. ' Leopold Gschwendtner, Ein Beitrag zur Rassenbiologie einer oberösterreichischen Familie, In: Hei matgaue. Hrsg. V. Adalbert Depiny. 12, Jg., Linz 1931, S. 186-194.
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