OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

Die Brauerei als Arbeits- imd Lebensraum Eine Kulhirstudie aus dem Innviertel (III) Von Claudia Peschel-Wacha Der Brauherr Das bürgerliche Brauhandwerk Unter vielen angebotenen Worten habe ich die Bezeichnung „Brauherr" für den Besitzer einer Brauerei gewählt, um dem umstrittenen „Broi" (oberes Innviertel) oder „Preu" (unteres Innviertel)^ auszuweichen und gleichzeitig die noch heute über lieferte Anredeform „fierr" inkludiert zu wissen. Letztere wird schon in der Rieder Handwerksordnung von 1623 gemeinsam mit der weiblichen Anredeform der Gat tin des Brauereibesitzers „Frau" angeführt und ist auch literarisch im „Teufelsbe schwörer" von Franz Stelzhamer für das Innviertel belegt; .. sprach ... der Bräu herr, er schien heute gegen seine sonstige Art herablassend, fast treuherzig und biem 3 1 Holzdaubenkrug eines Bierbrauers aus Schärding I am Inn mit Zinnmontierung. Inschrift auf dem I Zinndeckel: IViG, zwischen den Buchstaben Darstel- ^ ^ .1 lung eines Maischbottichs mit den Brauerinsignien, 18. Jahrhundert, Heimathaus Schärding am Inn. Foto; frfl HZ Michalek, Stadtmuseum Linz ' Im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, Bd. 3, Wien 1983, Spalte 929ff., ist unter „preu" angegeben: Preu I: Brauereibesitzer, im oö. Innviertel auch Broi oder pierpreu. Preu II: Brau menge, in Oberösterreich, im oberen Innviertel auch das Bräu. Preu III: Ort, wo Bier erzeugt wird.

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