OÖ. Heimatblätter 1992, 46. Jahrgang, Heft 4

rundeten dicken Scheibe mit einem Durchmesser von 13,5 mal 12,5 cm und einer maximalen Dicke von 7 cm. Das Besondere daran ist die geradezu modellartige Ausbildung,die nur selten so gut entwickeltzu finden ist und die eine Reihe wert voller Aussagen über den Flug durch die Atmosphäre ermöglicht. So läßt die glatte, zum Teil glänzende und gut gerundete Oberfläche der einen Seite zusammen mit der Lage bei der Auffindung im Acker eindeutig darauf schließen, daß es sich dabei um die Vorder-, die Frontseite des Steins handelt und daß sich diese Lage während des Großteilsder Einfallsbahnnicht geändert hat. Formänderung und Stofjverlust des Meteorsteins während der Durchdringung der Luft. Der ur sprüngliche, schätzungsweise etwa 5.800 g schwere kosmische Körper ist als annähernd isometrisch an genommen. Der Pfeil zeigt die Flugrichtung an. (1) = Stoffoerlust im Bahnabschnitt vor dem Tei lungspunkt. (2) = Am Teilungspunkt abgesprengte Ecke. (3) = Stoffverlust im Bahnabschnitt nach dem Tei lungspunkt. (4) = Restkörper = Meteorstein im Gewicht von 2.125 g. Verkleinerung = 1:3. Aus: Schadler und Rosenha gen, S. 115. Bei der großen Geschwindigkeit muß auch damit gerechnet werden, daß ein größerer Teil, angenommen wird mehr als die fLälfte des Steines, zunächst ver dampft und bei abnehmender Temperatur gegen Ende der Flugbahn dann auch noch abgeschmolzen sein muß. Die dabei abströmenden Gase haben entsprechende Rillen an den Seiten des Flugkörpers hinterlassen. Die Überschneidung dieser Rillen in einem Winkel von 50 Grad spricht dafür, daß die Absprengung eines kleinen Teils nicht nur zur Änderung der Flugbahnrichtung, sondern auch zu einer Kippung des Steins geführt hat. Die Unter- bzw. Rückseite ist dagegen rauh und uneben geblie ben. Die abströmenden Gase haben auch die gewaltige Lichterscheinung hervorge rufen, die sich von größerer Entfernung wie eine Leuchtkugel mit einem kometenar tigen Schweif ausnahm (1935, S. 153). Der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung nach gehört der Meteorit in die große Gruppe der Steinmeteoriten oder Chondriten. Als Hypersthen-Olivin-Chondrit stellt er keine Besonderheit dar. Er reiht sich somit bei sei nem spezifischen Gewicht von 3,58 in das von Gesteinen der Erdoberfläche abwei chende Gesamtbild der bisher bekannten außerirdischen Materie ein.

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