der Inka, in das nach Jahrzehnten unge stümen Dranges zur Ausbreitung die Spanier eindrangen und das sie wie einen Koloß auf tönernen Füßen zu Fall brach ten. 1493 - im Todesjahr Friedrichs III. im Linzer Schloß - starb der Inka Tüpac Inca Yupanqui, der Sohn Pachacütes. Beide gemeinsam hatten zwischen 1463 und 1471 Nordperu erobert und das Reich Chimü zu Fall gebracht, der Sohn alleine zwischen 1471 und 1493 auch den Rest Mittelperus. Heere drangen bis in das heutige Chile vor. Sein Sohn Huayna Cäpac vermochte die Herrschaft noch über das heutige Ecuador auszu dehnen. Das „Reich der vier Richtungen" oder Tahuantinsuyu war geschaffen. In kosmomagischer Sicht war es die Welt an sich, der nur mehr im Osten, hinab in die Weiten des Regenurwaldes, barbari sche Indianerstämme Widerstand boten, gegen die wiederholt die das Hochland klima gewohnten Inkaheere vorstießen, die dann in den Urwäldern und Sümpfen verbluteten. Huayna Cäpac hatte seine Residenz in das ferne Quito verlegt. Ohne Absicht setzte er mit der Teilung der Herrschaft unter Huascar, den Sohn einer Haupt frau, mit dem Sitz in Cuzco und Atahualpa, den Sohn einer Nebenfrau, mit der Residenz in Quito den Beginn zum Un tergang. Die Schar des Francisco Pizarro kam in ein sich in offenem Bürgerkrieg befindendes Reich. Als man in einem Ge waltakt sich des Inka zu bemächtigen verstand, hatte man in den Thermen von Cajamarca den Herrscher als Faustpfand in der Hand. Als dieser den brüderlichen Nebenbuhler durch Mord beseitigen ließ, nahmen die Spanier das Geschehnis als willkommenen Anlaß, in einem Scheinprozeß den Inka zum Tode zu ver urteilen trotz der traumhaft hohen Sum me als Lösegeld in purem Golde. Der Ju stizmord brachte den Spaniern leichtes Spiel. Das von Wirren geschüttelte Reich sah Inkaheere mit oder ohne spanische Führung gegeneinander Schlachten schlagen. Bald bekriegten einander auch rivalisierende Konquistadorenheere. Erst um 1550 vermochte der zum Präsidenten der Audiencia von Lima ernannte Pedro de la Gasca, ein persönlicher Vertrauter Karls V., die spanische Herrschaft zu fe stigen, die Pizarro-Wirren zu beenden und das Vizekönigreich einzurichten. Menschlicher Kopf ms Salinar, gebrannter Ton, 300 V. bis 300 n. Chr. Eine gewisse Ähnlichkeit mit den Innviertier und niederbayerischen „Tonkopf urnen" ist durchaus gegeben. Foto: Gangl/Landesmuseum Die Mehrzahl der Objekte der Aus stellung stammt nicht aus den Hinterlas senschaften der Inka. Das besagte Wei terleben in der Kolonialzeit hat das mei ste an alten Gütern verbraucht. Was uns erhalten blieb, stammt zum Großteil aus dem sterilen Wüstenboden der Friedhöfe der Küstenregion. Wie aus Altägypten sprechen Gräber zu uns, selten pulsieren des Alltagsleben. Das gepriesene Inka-
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