OÖ. Heimatblätter 1961, 15. Jahrgang, Heft 2/3

Oberösterreidiisdie Heimatblätter Stiftung des Abtes Maximilian Pagl wurde mit dem Sängerknabeninstitut vereinigt. Das Sängerknabenkonvikt hatte er am 2. September 1859 erneuert^^®. Für das musikalische Leben zeigte sich dieser Abt während seiner ganzen Regierungszeit immer aufgeschlossen. Während seiner Kremsmünsterer Zeit war er als Freund des Gitarrespieles bekannt, ja er stand sogar eine Zeitlang einem Zirkel von Gitarristen vor. Die Gitarrespieler mußten gleichzeitig auch Sänger sein. Die Spieler legten sich Liedersammlungen an, die ihrem Stimmumfang entsprachen. Ja, man findet bei diesen Sammlungen sogar Bearbeitungen von Teilen beliebter Opern^^®. Die Leiter der Kirchenmusik betätigten sich zu dieser Zeit vielfach auch selbst komposi torisch. Adalbert Donebauer, der von 1828—1851 Regenschori war, ist das Verdienst zuzu schreiben, das Musikarchiv neu geordnet zu haben. Aus diesem Verzeichnis von 1823^^® ist die große Fülle der musikalischen Werke zu ersehen, die damals in Lambach vorhanden waren. Es sind unter anderem Messen, Requien, Litaneien, Gradualien, Offertorien, Vespern. Komponisten und deren Werke sind genau angegeben. Donebauer schreibt dann auch in diesem Verzeichnis, daß der 2. Kasten Sinfonien, Opern, Sonaten, Quintette, Quartette und Lieder mit Texten von P. Maurus Lindemayr enthalte, ohne jedoch auf diese Werke einzeln einzugehen. Nach Donebauer leitete P. Karl Heilmann bis 1873 die Lambacher Kirchenmusik^®^. 1876 wurde die Stiftsorgel von dem Orgelbauer Martin Hechenberger aus Passau renoviert, da sie sich „gegenwärtig in ganz ruinösen Zustande befindet und bereits zum kirchlichen Gebrauch nicht mehr verwendbar ist". Nach dem Vorschlag handelte es sich um eine gründ liche Reparatur der Orgel, und sie wurde auf 33 Register erweitert. Die Kosten betrugen 360 Gulden, wobei sich der Orgelbauer selbst verpflegen mußte und eine Garantie von 5 Jahren übernahm^®®. Im 19. Jahrhundert kam es zu Reformbestrebungen in der Kirchenmusik. Es kam zu einer Vertiefung und Verinnerlichung kirchlicher Musikpflege. Auf A-cappella-Musik wurde besonders Wert gelegt. Dem gregorianischen Choral und der polyphonen Gesangsmusik widmete man besondere Sorgfalt. Man bezeichnet diese Strömung als Cäcilianismus. In dieser Richtung wirkte besonders der Cäcilien-Verein. Er wurde 1867 von Franz Witt zu Regensburg gegründet und verbreitete sich bald über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auch in Lambach setzte sich die streng liturgische, cäcilianische Kirchenmusik inuner mehr durch. Ein Vertreter dieser Richtung war P. Magnus Köll (gest. 1885). 1868 hatte er Dr. Witt kennengelernt, der über ihn sagte, daß er noch nie einen Musikschüler gefunden hätte, der so leicht aufgefaßt hätte. Aus der Reihe der Kompositionen von Köll ist vor allem eine sechsstimmige Messe zum St.-Benedikt-Jubiläum zu nennen. Der Lambacher Kirchenchor wurde unter seiner Leitung weit über Lambach bekannt. Als der oberösterreichische CäciA. Eilenstein, Benediktinerabtei Lambach, S. 94—95. A. Kellner, Musikgeschichte Kremsmünster, S. 635. Verzeichniß jener Musikalien und Instrumente, welche sich im Chor befinden und dazu gehören. Verzeichniß jener Musikalien und Instrumente, welche sich in dem sogenannten Geigenzimmer befinden. Musikarchiv Stift Lambach. A. Eilenstein, Benediktinerabtei Lambach, S. 93, Nr. 377. Original Stiftsarchiv Lambach, Schuberband 531, 0/III/9.

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