Oberösterreichische Heimatblätter Lambach übergegangen. Neben den Personen des Stückes sind in dieser Handschrift auch die Spieler genannt. Bei vielen Stücken spielte Joseph Langthaller die Hauptrolle. Zu fol genden verfaßte er auch die Musik: „Der ernsthafte Spaß", 1776 zum erstenmal aufgeführt; „Der bei einem Arztentheater unentbehrliche Hanswurst", 1772 zum erstenmal aufgeführt; „Die Anstalten zum Gratulieren", 1773 zum erstenmal aufgeführt; „Die Komödienprobe" oder „Hans von der Werdt", 1776 zum erstenmal aufgeführt'®. Wie aus dieser Handschrift ersichtlich ist, waren bei anderen Stücken Lindemayrs nur einzelne Lieder vertont. Die reisende Ceres wieder war ein „mit Musik untermengtes Lustspiel". In der Regieanweisung heißt es: „Der Schauplatz ist ein Dorf. Die Musik ebenso ungekünstelt als der Text." Der Komponist ist bei diesen Stücken nicht angegeben. Vielleicht ist, zumindestens für einen Teil davon, Langthaller als Komponist anzusehen. Als der neugewählte Abt von Kremsmünster Erenbert III. Meyer nach Passau reiste, wurde ihm am 27. Juni 1771 in Lambach ein feierlicher Empfang bereitet'®. Eswurde „Jacob pater optimus a filiis dilectus", eine Komposition Langthallers, aufgeführt. Die Solisten waren Joseph Langthaller (Baß), Michael Malzat (Tenor), Franc. Xav. Gatto (Alt) und Joh. Paul Kliemstein (Diskant). Die finanziellen Verhältnisse Langthallers sind nicht immer die besten gewesen, wie aus einem Brief vom 9. Jänner 1768 an den Abt Amand Schickmayr ersichtlich ist. Darin bittet Langthaller um „ein Paar Klafter Scheiter", da seine Gattin und seine zwei Kinder „mit einer schon langdaurenden Krankheit besuchet sind." Nach einer Aufzeichnung im Stifts archiv Lambach ist Langthaller 1790 in Stadl-Paura gestorben®®. Trotz der Härten der Josephinischen Zeit hörte das geistige Leben im Stifte nie auf. Besonders das Musikleben blühte auch weiterhin, so daß sich sogar Theater- und Musikfreunde von Linz gerne in Lambach einfanden®^. Zahlreiche Instrumente zeugen von der großen Musik freude Lambachs. Aus den verschiedenen Inventarverzeichnissen®^ geht hervor, daß Lambach damals unter anderem „21 Violinen, 11 Violen, 1 Fagot Pratsch, 3 Handgamben, 3 Gamben, 6 Violoncelli, 3 Violons, 4 Lauten, 1 Mandora, 5 Chithare, 3 Oboen, 5 Fagotte, 5 Dulcini, 2 Corni Inglesi" besaß. Eigens verzeichnet sind die Instrumente zur türkischen Musik. Zahlreiche Blasinstrumente seheinen ebenfalls auf. Auch ein „Regale Romanum — eine Schnarrorgel zum Gebrauch bei Fronleichnamsprozessionen mit 2 bleichernen Gewichten", ein Positiv mit 2 Registern zum Gebrauch für die FiliaUdrchen und ein Positiv mit 3 Re gistern „zum Gebrauch deren Hl. Grab Musiken" waren damals im Besitz des Stiftes. An be sonders wertvollen Instrumenten sind 6 Steiner-Geigen, 1 Steiner-Violon und 1 GremoneserGeige zu nennen. Zahlreiche Instrumente wurden in Linz repariert. Allein aus einer Rechnung von 1766 ist ersichtlich, daß dafür 59 Gulden und 46 Kreuzer ausgegeben wor den sind®®. Es waren unter anderem 8 Steiner-Geigen, 1 Gremoneser-Geige und 1 SteinerViolon. " Dieses Stück wurde auch von Georg Gugeneder vertont. (Siehe auch Anm. 70.) " A. Kellner, Musikgeschichte Kremsmünster, S. 452. Original Stiftsarchiv Lambach, Schuberband 122, C/I/2 o. R. Hittmair, Der josefinische Klostersturm im Lande ob der Enns, Freiburg 1907, S. 251. Inventarverzeichnis von 1784, Musikarchiv Lambach, sowie verschiedene Verzeichnisse, Stiftsarchiv Lambach, Schuberband 122, C/I/2 o. " Rechnung Stiftsarchiv Lambach, Schuberband 122, G/I/2 o.
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