RUDOLF WERNICKE / VIERUNDSECHZIG PORTRÄTZEICHNUNGEN Wernicke, 1898 in Stuttgart geboren und seit 1936 in I.inz tätig, besitzt als gesuchter Porträtist einen weit über unsere Landes grenzen -eichenden Ruf. Seit etwa 1945 pflegt er neben dem kultivierten Porträt gerne die Bildniszeichnung mit Feder und Tuschpinsel. Sie gilt ihm nicht als Vorstudie zu Gemälden oder überhaupt als Auftrags arbeit, sondern entsteht aus reiner Schaffens lust und nach freier, selbstgetroffener Wahl des Modells. Im vorliegenden Bändchen sind fast ausschließlich männliche Bildnisse wiedergegeben, für die sich die von Wernicke entwickelte Technik besonders eignet: Männer des öffentlichen Lebens, der Kunst und Wissenschaft, scharf geprägte Standes typen des Adels oder der Geistlichkeit. Letztere ist mit 10 Blättern vertreten. Dazu kommt eine Skizze Papst Pius XIL, den Wernicke — eine selten gewährte Aus zeichnung — bei einer Audienz 1956 zeichnen durfte. Die knappe, skizzenhafte und rasche Arbeit vermag meist viel un mittelbarer die psychologische Aussage fest zuhalten. Da uns viele der dargestellten Persönlichkeiten bekannt sind, läßt sich feststellen, daß es über das bei Wernicke selbstverständliche Treffen der Ähnlichkeit hinaus dem Künstler vielfach gelingt, Wesen und Charakter des Porträtierten zu erfassen und darzustellen. Wilhelm Jenny hat eine gut ausdeutende Einführung beigesteuert. Druck und Ausstattung des Buches sind vorzüglich. Theologisch-praktische Quartalschrift Linz 1960 S. 334 fJosef Perndl) Es ist zu begrüßen, daß das Institut für Landeskunde von Oberösterreich sich ent schlossen hat, durch einen Sonderband den Wahl-Linzer Rudolf Wernicke einem brei teren Kreis von Kunstfreunden vorzustellen. Vorgelegt werden ausschließlich kombinierte Feder- und Tuschzeichnungen, in denen sich die Eigenart dieses hochbegabten Porträtisten deutlich ausprägt. Die virtuose Beherrschung der schwierigen Technik, die besonders der Wiedergabe markanter Köpfe entgegen kommt und die Vielfalt der Hell-DunkelEffekte als Mittel der Typen- und Tempera mentscharakteristik liegen wohl auf der impressionistischen Linie, werden aber immer dem Gegenstand — es handelt sich ausschließ lich um Männerporträts bekannter, vor wiegend österreichischer Persönlichkeiten — weitgehend angepaßt. Bücherspiegel für Werksbibliotheken Beilage zur „Die Industrie" 1960 80. Folge (ma.) Das Buch erfreut dreifach: füis erste, -weil es viele bedeutsame Oberösterreicher, deren Wirken im I.exikon festgehalten ist in unge mein lebensvollen und physiognomisch tref fenden Porträtzeichnungen dem Beschauer vor Augen führt: zweitens eine glückliche Auswahl der porträtzeichnerischen Arbeit Rudolf Wernickes an sich darstellt, der nun schon bald ein Vierteljahrhundert Linz zu seiner Wahlheimat gemacht hat; und drittens ein Geleitwort von Museumsdirektor Profes sor Dr. Wilhelm Albert Jenny enthält, der seit nahezu einem Jahrzehnt die künst lerische Arbeit Wernickes von Ausstellung zu Ausstellung liebevoll verfolgt hat und daher eine ganz ausgezeichnete Aussage über Weg und Fortschritt des Künstlers in seiner Technik der Arbeit zu geben in der Lage ist. Wernicke scheint ein ebenso großer Psychologe als Zeichner zu sein; denn was er hier mit Tuschpinsel und Feder in vielfach kaum halbstündigen Sitzungen eingefangen hat, ist nicht allein treffsichere Kontur, son dern vor allem tief erkannte Wesenheit. So gleicht auch der Arbeitsweise nach kein Bildnis dem anderen und ob sie nun rein intuitiv oder in außergewöhnlicher bewußter Beherrschung der Stilmittel derart differen ziert erfaßt sind, sie sind alle Meisterwerke. Solcherart begreift man auch, wanim Wer nicke heute mit einer derart umfangreichen Galerie Prominenter aufwarten kann. Rieder \^olkszeitung 1959 Nr. 50 (H. B.)
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