Oberösterreidiisdie Heimatblätter Sehr große Aufgaben sind noch bezüglich der Wasserversorgung ländlidier Siedlungen zu lösen. Von den 1585 Dorfsiedlungen in Oberösterreich haben nur 322 Ortschaften Wasserleitungen. Nicht inbegriffen ist außerdem die große Zahl der kleinen Weilersiedlungen und Einzelgehöfte, die an keine Sammelversorgung angeschlossen sind, so daß fast ein Fünftel der gesamten Be= völkerung Oberösterreidis noch Wasser aus Ein= zelbrunnen oder aus Quellfassungen bezieht. Aber auch der Ausbau der städtischen Wasser= Versorgung mußte vorgenommen werden, insbe= sondere sind für Wels und Steyr zentrale Anla= gen notwendig. Als weitere, wichtige Aufgabe ist dem Wasser= bauamt der Schutz des Grundwassers anvertraut, damit nicht durch Abwässer und durch Ver= schmutzung die wertvollen Grundwasservorkom= men für den menschlichen Genuß unbrauchbar werden. Damit hängt die Durchführung von Kanalisation und Abwässerleitungen zusammen, deren Ausbau jedoch mit der Bevölkerungszunahme und mit der Industrialisierung leider nicht Schritt halten kann. Außer der Landeshauptstadt Linz, wo jedoch auch weitere Kanalisierungsbauten notwendig werden, sind fast alle Städte und Märkte Oberösterreichs kanalisierungsbedürftig. Der Bedarf an Kanalisa= tionsleitungen wurde mit 830 km berechnet, dies ist beinahe die Gesamtlänge des oberösterreichi= sehen Eisenbahrmetzes oder mehr als das Vier= fache der Entfernung Linz—Wien. Das Wasserbauamt hat aber noch andere Arbeits= gebiete zugewiesen: die Errichtung von Wasser= schutzbauten, Wildbachverbauungen, Melioration durch Entsteinungen, Kultivierung von Ödland» flächen sowie Maßnahmen gegen Rutschungen, gegen Wind und Erosion usw. Wissenschaftlich werden alle diese Arbeiten untermauert durch Untersuchungen der geologi» sehen, klimatischen und bodenkundlichen Ver= hältnisse unseres Bundeslandes; dem Meliora» tionsbericht sind elf Karten in Farbdruck bei= gegeben. Vorerst werden die Naturbedingungen Oberöster» reichs, wie geologischer Aufbau, Bodentypen, Ein» Zugsgebiet der Flüsse, mittlere Jahrestemperatur, Niederschlagsmengen, sowie Beginn und Ende der Winterdecke auf Karten dargestellt und in aus» führlichen Abhandlungen erläutert. In allen diesen Darstellungen kommt die natur» räumliche Gliederung des Landes (Alpen, Alpen» Vorland und Böhmische Masse), wie sie durch die erdgeschichtliche Entwicklung verursacht ist, klar zum Ausdruck. Die Karten sind im Maßstab 1 : 500.000 und zei» gen daher nur im großen Überblick den Reichtum der Landschafts» und Bodenformen, wobei ört» liehe Gegebenheiten nicht berücksichtigt werden konnten. Weitere Karten geben Auskunft über die bereits durchgeführten oder noch durchzuführenden Ar» beiten des landwirtschaftlidien Wasserbauamtes. Durch Farbdarstellungen und Rasterdruck zeigen sie die Wasserversorgung und die erforderlichen Ent» und Bewässerungen jedes einzelnen Bezir» kes, weiter die noch notwendigen Entwässerungs» maßnahmen in Prozenten der landwirtschaft» liehen Nutzfläche und die bereits durchgeführten Meliorationen. Mit dem Meliorationskataster legt das Wasser» bauamt der Öffentlichkeit einen ausgezeichneten Bericht über seine vielfältige Tätigkeit vor, die nicht nur eine Verbesserung der landwirtschaft» liehen Nutzflächen anstrebt, sondern dem Wohle der gesamten Bevölkerung Oberösterreichs dient. V. J.
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