OÖ. Heimatblätter 1961, 15. Jahrgang, Heft 2/3

Janik; Die erdgeschichtliche Vergangenheit Oberösterreichs terrasse bezeichnet. Die unterste Flur, die Nieder= terrasse, wurde in der letzten Eiszeit aufgeschüt= tet und in ihr sind die Donau und ihre Neben= flösse als Austufe eingesenkt. Das erdgeschichtliche Geschehen und die Entwick= lung der Landschaft haben auch für das mensch= liehe Leben, für Land= und Forstwirtschaft, für Bergbau und Industrie sowie für Straßen=, Brük= ken= und Hausbau größte Bedeutung. Die Böden des Alpenvorlandes sind die besten Oberöster= reichs. Die Steilhänge und Höhen der Alpen und des Mühlviertels können nur forstwirtschaftlich genutzt werden. Nur in den Ablagerungen des ehemaligen Meeres ist ein Suchen von Erdöl und Phosphoriten sowie Jod= und Schwefelquellen erfolgversprechend. Nur in den Beckenlandschaften am Rande der Böhmischen Masse und in den abgesenkten Teilen des Mühlviertels ist ein Vorkommen von Kaolin und feuerfesten Tonen möglich. Die Lehme der eiszeitlichen Ablagerungen eignen sich vorzüglich für Ziegeleien. Nur im Süden Oberösterreichs kann Magnesit, Gips, Salz, Kalk und Dolomit gefunden werden. Die Berge des kristallinen Grundgebirges können Granite, Schiefer, Graphit und Talk liefern. Im Hoch= und Tiefbau sind die Abschnitte in den rutschungsgefährdeten Gegen= den, in den Tonen des Flysches und des Schliers sehr gefürchtet und kostenverteuernd. Diese weni= gen Beispiele mögen die Bedeutung der natur= kundlichen Erkenntnis für die menschliche Kultur aufzeigen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2