Bradunann: Zur oberösterreidiischen Straßengesdiidite Nur zwei Landesstraßen (2. Ordnung) tanzten sozusagen aus der Reihe; die von Steyr zur steirischen Landesgrenze führende stand unter der Verwaltung der Eisenwerksdirektion Eisenerz, die von Mitterweißenbach nach Aussee unter jener der k. k. Salinen- und Forst direktion Gmunden gegen teilweisen Rückersatz der Auslagen aus dem Landesfonds. Der Bericht der Handels- und Gewerbekammer über das Jahr 1851 klagt, daß die „Commercialstraßen viel, sehr viel zu wünschen übrig ließen", ja daß vor allem die eisenver arbeitenden Betriebe des Steyrer-Windischgarstner Raumes die Teuerung dieses ihnen so nötigen Rohstoffes vor allem auf jene so schlecht instand gehaltene Straße aus dem Stei rischen zurückführten. Auch der Wolfsegg-Trauntaler Betrieb hatte über absatzhemmende schlechte Straßen, Vöcklabrucker und Schwanenstädter Industrien über „zeitweilige Unfahrbarkeit" der Verbindungen zu klagen. Die Greinburger Güterdirektion verwies auf die heruntergekommenen Straßen im Räume Münzbach, Kreuzen, KJam, Arbing, Grein, auch die „ehemals ziemlich guten Verbindungsstraßen zwischen Peuerbach, Neumarkt, Haag" waren „seit einigen Jahren verwahrlost". 32 Gemeinden des Mühlkreises hatten dies Jahr eine bewegliche Eingabe an die Kammer gerichtet, „worin sie die Nothwendigkeit einer für schwere Frachtwägen mit Sicherheit fahrbaren Straße von Linz nach Krumau nachwiesen". Viele gewichtige Güter müßten vom Mühlkreise donauwärts geführt werden, aber „große Güterwagen können die steilen Höhen nicht passieren, können an vielen Stellen nicht ausweichen und kleinere Lastwägen bedürfen mehrfacher Pferdezahl und gehen schnell zugrunde". Am 19. 8. leitete die Kammer diese Eingabe mit wärmster Befürwortung an die k. k. Statthalterei weiter und es dürften, so meint sie, „die Verhandlungen bei den Baubehörden noch schweben". Kaum minder wichtig wäre eine bessere Verbindung zwischen Wels und dem Aschacher Räume und nach Norden weiter nach Neufelden—Haslach—^Aigen. „Es ist in dieser Richtung gar keine Verbindungsstraße, auf welcher nur ein geringer Last wagen verkehren könnte. Wer aber den Umweg von Wels nach linz, Ottensheim, Neufelden, Rohrbach versuchen wollte, muß 14 Höhen, kann aber mit mäßiger Last ohne Vorspann pferde die Berge nicht passieren", während im Winter bei Schnee und Eis oft nicht einmal ein Rennschlitten durchzukommen vermöge. An Vorspannpferden fehle es zudem zu jeder Jahreszeit. „Endlich werden die Frachten durch den Umweg, die Gefahr des Abglitschens, den Mangel an Pferden so kostspielig, daß der Verkehr oft ganz gehemmt ist." Das obere Mühlviertel, auf Weizen aus dem Flachlande angewiesen, habe überdies dadurch an Teu erung zu leiden. Es fehle also an einer Talstraße von Aschach entlang der Mühl, „wo die schweren Wägen fortkämen ..." Fürst Schwarzenberg habe zwar schon auf eigene Kosten die Vermessung durchführen lassen, die einzelnen Bauwerke seien auch schon durchge rechnet, allein es bestehe noch kein Grund zur „Hoffnung auf Beginn des Baues". Übel sei es in der Tat auch um die Straßen im Räume Grein und Steyr bestellt. Was das untere Mühlviertel an Eisen benötige, könne wohl von dort über Amstetten bis Ardagger kommen, doch fehle noch „eine fliegende Brücke in der Gegend von Grein . . . die Gemeinde Grein dürfte diesem Unternehmen nicht abgeneigt sein". Das Jahr darauf (1852) kann die Kammer wenigstens den Beginn einer Umlegung auf der Strecke Linz—Leonfelden—Krumau zwischen der Speichmühle und Glasau, aber noch immer keine Besserung der übrigen vorjährigen Bemängelungen verzeichnen. Dabei sei doch die Talstraße von Landshaag zur böhmischen Grenze schon am 12. 2. 1848 von der
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