Aschauer: Die erste „Eisenbahnbrücke" über die Donau Die erste,,Eisenbahnbrücke" über die österreichische Donau Von Franz Aschauer (f) Das Vorhandensein der — seit 1497 bestehenden — festen Stromüberbrückung in Linz wirkte sich bekanntlich entscheidend auf die Planung der ersten österreichischen Eisenbahn linie, der Pferdeeisenbahn Linz—Budweis, aus. Nachdem Franz Josef v. Gerstner von seinem ursprünglichen Projekt einer Bahnverbindung zwischen Donau und Moldau von Joachims mühle bei Hohenfurth über Leonfelden (Weinzierl)—Hellmonsödt nach Katzbach bei Linz wieder abgekommen war, sollte die Bahnlinie von Budweis über Freistadt—Kefermarkt —Pregarten—Gaisbach—Ried i. d. R. nach Mauthausen geführt werden; auf diese Linie lautete auch das am 7. September 1824 an Franz Anton v. Gerstner verliehene Privileg. Für die Trassenführung nach Mauthausen war bestimmend, daß die Hauptmasse des Gmundener Salzes, dessen Transport die Bahn in erster Linie zu besorgen hatte, damals auf dem Wasserweg der Traun und Donau von Gmunden über Zizlau nach Mauthausen und von hier auf der Mauthausener Salzstraße über Freistadt nach Böhmen ging. Der staatliche Salztransport mittels der Traunschiffahrt war jedoch im Jahre 1825 eingestellt worden und damit trat das schon in den Jahren 1815—1818 erörterte und vom Landesbaudirektor Ferdinand Mayer ausgearbeitete, von der Regierung jedoch damals abgelehnte Projekt der Bahnlinie Lambach—Zizlau (Linz), nunmehr als Fortsetzung der Budweiser Strecke, neuerlich ins Blickfeld. Schon 1826 stellte der Linzer Großhändler Planck den An trag, die Bahnlinie nicht nach Mauthausen, sondern nach Linz zu legen, weil sie hier über die Linzer Brücke nach Gmunden fortgesetzt werden könne. Gerstner, der nun ebenfalls die Fortsetzung der Bahn nach Gmunden erwog, schloß sich 1827 dieser Auffassung an, weil Urfahr für die Durchführung der Bahn eine weit bessere Lage habe als Mauthausen „und alle englischen Städte, welche mit Bahnen durchschnitten sind"; tatsächlich konnte sowohl in Urfahr wie in Linz die Bahnlinie an den Rändern des dichter verbauten Stadt gebietes geführt werden. 1830 wurde der Bau der Bahn nach Linz beschlossen und in den Jahren 1831/32 fertiggestellt; am I.August 1832 fand die Eröffnung der Linie statt. Im Frühjahr 1835 erhielt die Budweiser Pferdebahn durch Gleislegung über die Brücke, durch die Zollamts-, Eisenbahn-, Museum- und Eisenhandstraße im Bahnhof „Zur Eisernen Hand", dem späteren Südbahnhof, den Schienenanschluß an die Linie Linz—Gmunden, die am 1. 4. 1835 bis Wels, am 1. 8. 1835 bis Lambach und am 1. 5. 1836 bis Gmunden eröffnet wurde. Das Verbindungsgleis Urfahr—Linz verlief vom Stationsplatz Urfahr (am heutigen Hinsenkampplatz) durch den Hof des Gasthauses „Zum Goldenen Ochsen" und durch die „Urfahrgasse" (Hauptstraße) zum Urfahrer Brückenkopf und Marktplatz („Platzl"). Auf der Linzer Seite senkte sich die Linie von der Brücke zur Ludl hinab. Ein Seitenflügel führte an der Donaulände bis zum städtischen Brauhaus; damit trat der spätere „Hafenbahnhof" in seiner ersten, bescheidenen Ausprägung in Erscheinung. Die durch den Bahnverkehr vermehrte Beanspruchung forderte eine Verbreiterung und Verstärkung der Donaubrücke, die seither 15 Joche und auf beiden Seiten Gangsteige hatte. Das Gleis auf der Brücke bestand aus eineinhalb Zoll starken und zwei Klafter langen schmiedeeisernen Schienen,
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2