Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, März 1953

keinen Käufer, so mußte die Eisenkompagnie als zuständige Stelle die Anlage einlösen. Da in Steyr selbst die Gegenreformalion erst 1624 mit voller Schärfe einsetzte, zogen manche Gewerken mit ihren Familien in diese Stadt. Aber um die Mitte der 20er Jahre begann auch hier die gewaltsame Rekatholisierung. Als Folge davon kündigten viele vermögende Bürger ihre Kapitalien bei der Gesellschaft und verließen das Land. Ein Großteil der ausländischen Kauf­ leute zog die Darlehen zurück, die protestantischen Verleger traten aus und für die Eis-enhandlung war kein Kapital mehr vorhanden; weder Verläge noch monatliche Zusätze konnten erreicht werden und die Gläubiger der Eisen- handlungskompagnie forderten ihr Geld meist erfolglos. Seit Jahren fand keine regelmäßige Einhebung statt — von einem geregelten Geschäftsbetrieb „Innerberger Stadel." war man weit entfernt. In dieser allgemeinen Verwirrung und Stockung des Handels vollendete das „Lange Geld" die Auflösung des Komplexes?') Lau­ fend versuchten Kommissionen diese Notlage zu bessern, jedoch alle Bemühun­ gen verliefen ergebnislos. Mit dem Sieg der Gegenreformation kamen in Steyr treue Anhänger des Katholizismus, teilweise aus Tirol und Schwaben 19

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