Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 30, April 1972

Die Hausbesitzer mußten im Jahre 1819 die mit Steinen gepflasterten Gehwege in der Stadt und das Steinpflaster in den Gassen der Stadt und Vorstädte entsprechend der Breite ihrer Häuser reparieren lassen, 11 da die Renten der Stadt noch lange nicht eine solche Reparatur erlauben" 56 ). Die Straßen von der Gleinkergasse über die Steyrbrücke bis zur 11 Enns– dorfgasse" (Haratzmüllerstraße) mußten über Befehl des Kreisamtes in 11 guten Zustand" versetzt werden, da Kaiser Franz am 13. August 1821 in Linz eintreffen und über Steyr - Amstetten seine Rückreise machen sollte. Der Kaiser hielt in Steyr nicht an, es wurden nur die Pferde umgespannt und, um ihn zu ehren, bei seiner Durchreise um 45 Gulden 18 Kreuzer Pulver aus den städtischen Kanonen verschossen 57 ) . Unterschrift des Bürgermeisters Franz Seraph Reisser Zur Erinnerung an die vom September bis Mitte November 1713 11 gewühtete Pest" hatte die Bürgerschaft vor dem Gilgentor (Stadtpfarrtor) eine barocke Dreifaltigkeitssäule mit vier Statuen aufstellen lassen. Es läßt sich nicht mehr feststellen, wann diese abgetragen und im Pfarrzwinger aufbewahrt wurden. Im Jahre 1819 trat der Tabakverleger Alois Richter an den Magistrat mit der Bitte heran, ihm die Säule mit den Statuen zu überlassen, da er diese in der 11 Kösten-Allee" (Garstner Allee) aufstellen wollte. Als die Erledigung auf sich warten ließ, wiederholte Richter sein Ersuchen. Der Bürgerausschuß wollte nun wissen, welchen Ablösungsbetrag der Tabakverleger für die Säule zu bieten gewillt war. Mit seinem Anbot von 50 Gulden war der Ausschuß nicht einverstanden. Er forderte 100 Gul– den und machte zur Bedingung, daß die Gedenksäule im Burgfried der Stadt aufgestellt werden müsse. Sollte der Erwerber sie einmal verkaufen wollen, so behielt sich die Stadt die 11 Wiedereinlösung" vor. Um die von Richter erlegten 100 Gulden wurden Pflastersteine für die Pfarrgasse angekauft 58 ). "") RP 1819, 399. 57 ) RP 1821, 651. 58 ) Richter war auch Eigentümer des Abelehofes, des „Ettingerhäusls", des „Reiffgüttls" unter Jurisdiktion der Stadt, des „Preiningergüttls" und der halben Köstlbodenwiese unter Garstner Jurisdiktion. Endlich besaß er noch das „Tischlerfeld" und den Anger, der unter Verwaltung des Milden Versorgungsfonds stand. Er starb in seinem Hause Stadt Nr. 114 im September 1820. 23

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