Grüne Bürgerzeitung, Nummer 3, September 1990

GRÜNE --Spieglei a1, 111,13,iq~ an der Wand, wer sind die Grünsten in diesem 2 Vranitzky geht mit Franz Klammer Bergsteigen, die ÖVP verschickt tonnenweise papierene Umwelttips und Norbert Gugerbauer erscheint grünhemdig auf allen Plakatwänden. Vorwahlzeit. Grün sein ist „in". ,,Wir sind die.wahren Umweltschützer", so tönt es au~jedem Politilk:ermund. So mancher Osterreicherin, so manchem Österreicher kommen die Tränen bei so viel herzzerreißender Glaubwür- digkeit. Immer wieder können wir uns, auch hier in Steyr, vom wahren ökologischen Bewußtsein der eta- blierten Parteien überzeugen. Es bedarf an dieser Stelle wohl kaum einer neuerlichen Aufzählung derjeni- . gen Entscheidungen der letzten Jahre, die gegen die Umwelt getroffen wurden. Und wenn in letzter Zeit einige positive Ansätze erkennbar sind, dann deshalb, weil sich selbst die hartnäckigsten ,,Betonierer" dem Umwelt- meßbus der Grünen Alternative in Steyr Am 14. August kam der Umwelt- messbus der Grünen Alternative Bur- genland nach Steyr. Die Bevölkerung hatte die Gelegenheit, ihr Trinkwasser auf Nitrate untersuchen zu lassen. Gleichzeitig wurden laufend Ozon- messungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Nitratmessungen zeigten folgende Tendenz: Jene Proben, die aus der Trinkwasserlei- tung Steyr stammten, hatten zwischen 23 und 33 mg/1 Nitrat. Die Proben aus dem Gebiet Kronstorf und Land? Druck von unten, von grünen Gruppen vor Ort (z.B. der GAL- Steyr), der sachlichen Argumentation z.B. eines Rudi Anschober in Oberö- sterreich, bzw. der profunden Arbeit der grünen Parlamentsfraktion in Wien, nicht mehr so leicht entziehen können. Natürlich ist es dann auf den• ersten Blick verwirrend, wenn neben der „Grünen Alternative", in diesem Sinne so erfolgreichen Parlaments- grünen; Plakate sogenannter „Grüner Realisten" auftau~en. Fragt sich wer wohl Interesse hat an der künstlichen Aufrechterhaltung des abgegriffenen, längst nicht mehr gültigen Bildes: Die Grünen als gespaltener, zerstrittener H_aufen. Seit der organisatorischen · Hilfe durch verschiedene Funktiona- Dietach zeigten alle Werte über 40 mg/1 an. Jene aus dem Bereich Ternberg/Losenstein zeigten alle Werte unter 10 mg/l. Der Höchst- wert von 56 mg/1 war jener aus der Ortwasserleitung St. Ulrich. Eine Quellfassung aus dem Bereich St. Ulrich wies einen Nitratwert von 47 mg/1 auf. Diese P!1ten zeigen folgen- de Entwicklung: Uberall dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, liegen die Meßwerte höher, als Versicherungsvergleich Vorteilsclub Wirtschaft .Freizeit Versicherungsvergleich Ges.m.b.H., 4400 Steyr, Berggasse 50 Tel. 0 72 52/28 2 87, Fax 28 2 88 (15) re d~r Großparteien für Buchners VGO bei den letzten Landtagswahlen weiß man da mehr. Aber warum hat es ·der engagierte oberösterreichische Grün-Kämpfer der ersten· Stunde Buchner ei~entlich nötig, sich für die Politstrategien verkrusteter Macht- blöcke mißbrauchen zu lassen. Er kann doch nicht wirklich davon überzeugt sein, mit der Kandidatur einer chanchenlosen 1:s%-Partei die Grünbewegung in Österreich zu, stärken. Bleibt nur zu hoffen, daß auch die Steyrer Wählerinnen am 7.0ktober die fachliche Kompetenz, die realpolitische Erfahrung und das sachbezogene Durchsetzungsvermö- gen einer Monika Langthaler, eines Johannes Voggenhuber oder eines Peter Pilz höher bewerten als den „Grünen Realismus" einiger, von der Grünbewegung insgesamt enttäusch- ter Einzelkämpfer: Die Redaktion dort wo dies nicht der Fall ist. Für Steyr muß diese Tatsache auch zu denken geben, da ein Großteil der Brunnen für die Steyrer Wasserlei- tung in einem intensiven landwirt- schaftlichen Gebiet liegt und die Gefahr besteht, daß die Nitratbela- stung in nächster Zeit zunehmen wird. Auf keinen Fall darf die Stadt- gemeinde dieses Problem unterschät- zen. Denn werden Maßnahmen ergriffen, so kann es länger als erwartet dauern, bis diese zu greifen beginnen. Die Ozonmessung kam zu folgendem Resultat: In der Zeit zwischen 10 qnd 13 Uhr gab es einen Mittelwert von 110 Microgramm/l. D~r österreichische Richtwert liegt bei 120 Microgramm. Dies ist auch der empfohlene Höchstwert der UN- Gesundheitsorganisation WHO. Vor- alarm gibt es bei 200 Microgramm, Alarmstufe I und II bei 300 bzw. 400 Microgramm. Die_Erfahrungen bei den Messungen des Umweltmessbus- ses in anderen Orten zeigen folgende Tendenz: Ist der Mittelwert in der Zeit zwischen 10 und 13 Uhr über 100 Microgramm, so gibt es bei anhaltend schönem Wetter in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr Spitzenwerte, die knapp unter der Voralarmstufe liegen. Der Messbuss·war nur bis 13.15 Uhr in Steyr und konnte daher nicht die Spitzenbelastungen messen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2