Grüne Bürgerzeitung, Nummer 1, März 1990

1 ➔ Seit einem dreiviertel Jahr wird in der Schule, in der ich unterrichte, wie auch in anderen Schulen, Müll gesammelt und getrennt nach: Kunststoff, Alu-Metalle, Batterien, Papier, Kompost und Restmüll. Seit dieser Zeit stellen Schü- ler(innen) immer wieder die Frage nach der Weiterverarbeitung dieses Mülls. Ich wußte nur, daß der Magi- strat Steyr dafür zuständig war. So beschloß ich vor einigen Wochen, dieser Frage auf den Grund zu ge- . hen. Seither bin ich von der Sinn- haftigkeit dieser Mülltrennung nicht mehr überzeugt. Und das kam so: 1. Anruf beim Umweltschutzreferat am 31.1.: Herr Gergelyfi sagte mir nur, daß die Firma Bittner den 4 Kunststoff abholt, und daß er den weiterverarbeitenden Betrieb nicht nennen kann. Als ich darüber mei- nen Ärger ausdrückte, wurde auch er ärgerlich und erklärte, daß dieser Betrieb Greiner ähnlich ist, aber nicht so heißt. 2. Anruf bei Firma Bittner am 1.2.: Hier bekam ich die Auskunft, daß aller unsortierter Kunststoff einmal im Monat in Steyr gesammelt wird, dann gepreßt und bei Bedarf an die Firma Uniplast/Wartberg weiterge- geben wird. (Die Telefonnummer von Uniplast wurde mir gleich von Firma Bittner gegeben) Fa. Bi ttncr Wohin mil dem Pl as1 ikmüll ? 3. Anschließend Anruf bei Uniplast: Ich wurde mit Herrn Pcntecost ver- bunden. Dieser kannte keine Firma Bittner aus Steyr. Er erklärte mir, daß die Fa. Uniplast, die seit Jänner Greiner-engineering heißt, den un- sortierten Kunststoff vom LAVU (Landesabfallverwertungsunterneh men) bezieht. Außerdem erfuhr ich, daß nur eine Pilotmaschine in Be- trieb ist, mit der Paletten und Hohl- kammerprofile für Lärmschutz wände an Autobahnen hergestellt werden können. 4. Anruf beim LAVU in Linz am 2.2: Herr Schirtz, zuständig für die Kunststoffverwertung beim LAVU, kannte ebenfalls keine Firma Bitt- ner. Er bestätigte, daß LAVU an- gefragt, ob es den Kunststoff aus Steyr nicht übernehmen könnte. GRÜNE Die Ergebnisse meiner Telefonate verwirrten mich sehr. Ich hatte das Gefühl, alleine nicht mehr weiterzu- kommen. Daher wandte ich mich an GAL-Pressesprecher Neuhauser. Gemeinsam recherchierten wir weiter. 5. Besuch bei Firma Bittner am 5.2.: Dieselbe Frau, mit der ich telefo- niert habe, erzählte uns, daß die Firma Bittner in Steyr seit zwei Jah- ren gemischten Kunststoff sammelt. (Im Monat werden ca. 1,5 bis 3 Tonnen gesammelt). Bis jetzt sind ca. 10 t dieses Mülls an Uniplast weitergegeben worden. Derzeit wird kein Kunststoff dorthin geliefert. 6. Besuch bei Uniplast ( = Grei- ner)/Wartberg am 7.2.: Wieder bestätigte Herr Pentecost, daß Greiner/Wartberg von Steyr keinen Kunststoff bezieht. Grciner-Tochter UN!PL AST - erstickt auch ohne Sl eyrcr-Müll im Kunststoff Immer mehr stellte sich für mich die Frage nach dem Verbleib des Kunststoffes. Um Klarheit zu be- kommen, rief ich am 14.2. noch ein- mal bei Firma Bittner an. Diesmal sprach ich mit Herrn Bittner. Erbe- schrieb mir die neue Sortieranlage bei der Mülldeponie. Auf dieser wird aus gemischtem Müll hochwer- tiger Kunststoff (Folien, Joghurtbe

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