Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 85 - Freitag, um 12 Uhr mittags brannte im Tiefenbach ein Heustadl samt den bei demselben aufgeschlichteten Widd nieder. Besitz des Markus Forstner, Besitzer des Zottergutes in der Pernzell; Entstehungsursache unbekannt. 12. August Samstag um ½ 12 Uhr mittags brach am Dachboden des Wohn- und Gasthauses samt Fleischhauerei im Feyrerbach, Ortschaft Untergrünburg, Besitz des Herrn Georg und Frau Katharina Bichielli auf bisher unbekannte Weise Feuer aus, dass in kurzer Zeit den Dachstuhl des Wohnhauses samt dem auf den Boden Befindlichen einäscherte. Stallungen, Wagenhütte und Futterboden blieben verschont. Am Brandplatze erschienen die Feuerwehren von Grünburg und Steinbach mit ihren Hauptleuten Herrn Alois Weinberger und Herrn Franz Mayrhofer und die Rahoferspritze. Auch die hiesige drei Mann starke k.k. Gendarmerie war schnellstens am Brandplatze erschienen zum Schutze des Eigentums und zur Anweisung der Leute in der Wasserbeschaffung. Auch Herrn Bürgermeister Traunmüller von Grünburg bemerkte man an der Unglücksstelle in der eifrigsten Tätigkeit. Ganz besonderer Dank gebührt den Beteiligten für die Löschung des in der Windrichtung nächstgelegenen Schmiedhauses, dass schon an mehreren Stellen brannte, da bei dessen eine ganze Reihe Häuser, mit Holzschindeln gedeckt, längs der Landstraße dem gefräßigen Elemente zum Opfer gefallen wäre. Das Brandobjekt ist bei der Steinbacher Feuerassecuranz versichert. Am 22. August mittags hat der hochwürdige Herr Pfarrer von St.Michael in Steiermark, Benediktiner von Admont, Pater Eberhard Bachmayr, für immer seine Augen geschlossen um nun von seinem Leiden auszuruhen, die ihm schon jahrelang das Leben hart machten. Er war im Jahre 1846 zu Grünburg geboren und hätte im December 1911 sein 40-jähriges Priesterjubiläum feiern sollen; von 1872 bis 1876 war er Kaplan in Wildalpen und wusste von jener Zeit so mach interessante Erlebnisse des nun schon lange selig ruhenden Pater Wilhelm, die wahrlich verdienten der Vergessenheit entrissen zu werden. Einem abseits wohnenden Gebirgspfarrer würden sie manche trübe Stunden verscheuchen. Bis 1881 war er dann Kaplan in Landl, um im genannten Jahre als Pfarrer Johnsbach zu übernehmen. Von 1887 bis 1896 war er wieder in Wildalpen und seit jener Zeit in St.Michael. Bereits in Wildalpen hat ihm ein Herzfehler viel Beschwerden gemacht und in St.Michael konnte er sich nie seiner vollen Gesundheit erfreuen. Er hatte ein warmfühlendes Herz für jeden Menschen und war äußerst lieb und gut, ein feiner edler Character. Gewiss ist es daher gekommen, dass die Beteiligung an seiner Beerdigung eine so zahlreiche war. Der hochwürdigste Abt Oswin von Admont führte den Condukt in Begleitung von 23 Priestern. Den Leichenzug eröffnete die Schuljugend, dann folgte die Musik, Feuerwehr, Veteranenverein, Bahnpersonal, Sänger mit Herrn Oberlehrer Maier und Lehrer Dämmer und Herr Schaffer, Obmann des Kirchen-Concurrenz-Ausschusses. Hinter dem Sarge schritten Herr k.k. Bezirkshauptmann Schönfeld von Leoben, Herr Bürgermeister Hauk, Stationsvorstand Inspektor Wrcak, Dr. Pfanner und Sohn, Gemeindevertretung, Bahnbeamte, Bürger und eine sehr große Menge Volkes. Kränze hatten gespendet: Die Gemeinde, Familie Wrzak, Perissutti und der Marienverein. Ergreifend war es, wie sich der Zug auf dem Wege durch den Ort bewegte, der begangen wird bei der Auferstehungsfeier am Karsamstag. Gewiss wird auch der Verewigte einer freudigen Auferstehung entgegen harren. Möge er nun von seinen vielen Arbeiten und Leiden in jenem Friedhofe, auf dem auch seine Mutter begraben ist, ruhen.

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