Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 82 - Die Verstorbene galt an ihrem Ehrentage, am Fronleichnams-Dienstage des Jahres 1870 als eine der schönsten Bräute, große Erscheinung und die reinste aufspringende Rosenknospe, so dass heute noch die Leute davon reden. Nach ihrer guten Vorbereitung auf den Tod kann man hoffen, dass sie bald mit einer ebenso schönen Seele zur ewigen Freude des Herrn eingehen wird. 16. Jänner Telephon Die Gemeinde Grünburg hat im Vereine mit der Gemeinde Steinbach a.d. Steyr eine Eingabe an die k.k. Post- und Telegraphendirection in Linz gerichtet, in welcher mit Rücksicht auf die mannigfaltigen Wechselbeziehungen der Orte des Steyrtales möglichst billige Telefonsprechgebühren festgesetzt werden. Diese Eingabe hat laut Handelsministerial-Erlasses eine günstige Erledigung gefunden. Es wurde nämlich für die Telefonleitung Steyr-Klaus die Einteilung in interurbane Nahleitung bewilligt; es stellen sich danach infolge dieser Begünstigung Gespräche zwischen Grünburg - Steinbach nach Steyr auf 40 Heller, Neuzeug, Aschach, Sierning 40 Heller, Leonstein 30 Heller, Molln 40 Heller, Klaus 60 Heller. Die Bevölkerung beider Nachbarorte wird das freundliche entgegenkommen der k.k. Post- und Telegraphendirection in Linz gewiss dankbar vermerken. Am 16.1.1911 wurde die Teilstrecke Steyr-Grünburg der interurbanen Telefonleitung SteyrKlaus, mit den neu umgeschalteten Telefonnetzen Neuzeug und Grünburg-Steinbach, Aschach bei Steyr und Sierning dem allgemeinen Verkehre übergeben. 19. Jänner Volkszählung Das Volkszählungsergebnis 1910 der Gemeinde Grünburg ergab 2971 Personen und zwar entfallen auf die einzelnen Ortschaften: Untergrünburg 918 Obergrünburg 526 Pernzell 418 Wagenhub 431 Leonstein 678 Im Jahre 1900 waren 2987 Personen, somit eine Abnahme von 16 Personen. 21. Februar Dienstag, um 1 Uhr nachts starb in Wagenhub 60 die ledige Bäuerin am Fiedlbergergute Theresia Burghuber im 76. Lebensjahr. Einen Tag zuvor, am Montag, den 20. Februar, hatte sie nochmals die hl. Sterbesacramente empfangen. Ihr Leichenbegängnis am Donnerstag, den 23. Februar in den hiesigen Friedhof, glich förmlich einem Triumphzuge. Eine so große Anzahl von Anverwandten, Nachbarn, Freunden der Verstorbenen und nicht wenige Arme hatten sich am Conducte beteiligt. Beim Trauerhause, am Wege und am Grabe spielte die hiesige Musikkapelle herrliche Trauerweisen. Die zahlreichen Armen, die von weit und breit an ihre Türe klopften und niemals unbeschenkt von dannen gingen, verlieren an der Verstorbenen eine große, schier unersetzliche Wohltäterin; auch der Kirche hat sie große Wohltaten erwiesen durch Anschaffung eines neuen Fronleichnamsaltares, eines neuen Beichtstuhles, fromme Stiftungen für ihre verstorbene Eltern, für sich - und durch Unterstützung aller guten Vereine. Memoria eius in benedictione erit!

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