- 73 - Circa um ½ 10 Uhr abends fuhr der Kutscher, ein gewisser Davopf, bei der Abzweigung der Gemeindestraße von der Landstraße in der Strecke zwischen Hiersauer und Schulhäusl auf große Straßenkothhaufen längs der Gemeindestraße beim Hiersauerfelde auf und der Wagen stürzte um. Herr Bürgermeister, der auf der rechten Seite saß, wollte während des Umsturzes geschwind aussteigen, machte den Wagenschlag auf, setzte den rechten Fuß auf den Boden, der von den nachstürzenden Wagen erfasst, abgedrückt, und vom Wagen eingeklemmt wurde. Die Situation war eine höchst unerquickliche. Vom Himmel strömte der Regen, der Bürgermeister schrie vor Schmerz aus Leibeskräften, der Kutscher - noch ein halbes Kind - lachte sich zu kugelich und der Pfarrer trampelte in der stockfinsteren Nacht und in den zusammengeschobenen Kobelwagen auf dem linken Fuße des Herrn Bürgermeisters - ohne es zu wollen - herum, da er aus dem zusammengeschobenen und umgestürzten Kobelwagen lange Zeit keinen Ausweg finden konnte. Endlich gelang es dem Pfarrer mühsam aus dem Wagen sich herauszuarbeiten und sich zu befreien. Fahrer und Kutscher konnten dann den Wagen soweit in die Höhe heben, dass der Bürgermeister seinen abgedrückten, eingeklemmten Fuß unter dem Wagen hervorziehen konnte. Herr Bürgermeister wurde hierauf unter strömenden Regen auf den Rasen gebettet. Pfarrer Fierlinger ging um Leute. Der Söldner Haider kam und stellte im Vereine mit dem Pfarrer und dem Kutscher den umgeworfenen Wagen auf, hoben den Bürgermeister auf denselben und fuhren ihn nach Hause, nach Untergrünburg. Großes Glück war es, dass die Pferde während des ganzen Malheurs sich nicht rührten und wie ein Stock stille Standen. Der Pfarrer - wie der Bürgermeister - sahen an der Kleidung entsetzlich aus. Dem Pfarrer waren die Augengläser zerdrückt, der Zylinderhut vollständig eingetrieben, das Gewand, die Festtagskleidung zerrissen, und mit Straßenkoth auf und auf beschmutzt, wie wenn er sich auf der kothschmutzigen Straße gewalzen hätte. Das kam vom Herauskriechen aus dem Wagen über die schmutzigen Räder und schmutzigen Wagenteilen. Gottlob, dass es für mich so glücklich ablief, Herr Bürgermeister musste viele Schmerzen beim Fußeinrichten durch unseren Gemeindearzt Herr Dr. Ignaz Fraidl ausstehen und dann geschlagene 4 bis 6 Wochen im Bette liegen. Inthronisation des Bischofs Am 1. Mai fand im Maria-Empfängnis-Dome zu Linz während eines Pontificalamtes die feierliche Bischofsweihe statt und wurde durch den apostolischen Nuntius von Wien, Seine Excellenz dem Hochwst. Herrn Erzbischof Jannarius Granito Pignatelli di Belmonte, unter Assistenz Sr. Excellenz des Hochwst. Herrn Bischofs Laurenz Mayer, Hof- und Burgpfarrer und Sr. Excellenz des Hochwst. Herrn Godfried Marschall, Weihbischof von Wien, vollzogen. Unmittelbar an die Bischofsweihe schloss sich die feierliche Inthronisation des neuen Bischofes und das Homagium des Clerus an. 21. Juni Ertrunken Stefan Stockhammer, Sensenarbeiter und Hausbesitzer in Leonstein 98, wurde um ½ 1 Uhr nachmittags aus dem Werkfluder der Haunoldmühle tot herausgezogen. Er war am Sonntag, den 20.6. um 9 Uhr abends vom Steyrflusse Wasser schöpfen gegangen und ist offen-
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